Panzer rollen ins Museum

+
Kampfpanzer am Haken: Oberfeldwebel Ronny Glaske im Fahrerstand des Bergepanzers 2 zieht auf dem Rotenburger Standortübungsplatz den 60 Jahre alten und über 30 Tonnen schweren , amerikanischen M 41 aus dem Gelände.

Rotenburg. Ein amerikanischer Kampfpanzer M 41 und ein Schützenpanzer wurden im Standortübungsgelände Rotenburg geborgen. Nun kommen die Stahlkolosse ins Museum nach Amberg.

Oberfeldwebel Ronny Glaske startet den Motor, und rund um den Bergepanzer 2 bebt der Boden. Mit Leichtigkeit zerrt der Koloss den annähernd 30 Tonnen schweren alten amerikanischen Kampfpanzer M 41 aus dem Gestrüpp des Standortübungsplatzes Rotenburg. Der Schrottpanzer soll wieder aufbereitet werden und die militärhistorische Sammlung in Amberg bereichern. Dort sitzt der Stab der Panzerbrigade 12 „Oberpfalz“.

Alheimer-Kaserne: Alte Panzer werden geborgen

Mit der Bergung des M 41 und eines alten Schützenpanzers vom Übungsplatz wird der Kehraus in der Rotenburger Alheimer-Kaserne fortgesetzt. Die Bundeswehrkaserne soll Anfang 2016 endgültig geschlossen werden.

Erstaunlich gut erhalten: Die Ketten des alten amerikanischen Kampfpanzers M 41 laufen noch, der Turm lässt sich drehen.

Bereits im Mai dieses Jahres wurde das seit 1968 in der Kaserne als Anschauungsobjekt aufgestellte historische Kampfflugzeug F 86 „Sabre“ zerlegt und zum Fliegerhorst Laage bei Rostock gebracht. Dort ist der Tag-Abfangjäger jetzt in der militärgeschichtlichen Sammlung des Jagdgeschwaders 73 „Steinhoff“ zu bewundern.

Jetzt sind die beiden alten Panzer auf dem Übungsplatz an der Reihe. Johannes Lindner und Jan Samaras sind mit nach Rotenburg gekommen, um die beiden Kettenfahrzeuge mit Unterstützung von Soldaten des Logistik-Bataillons nach Amberg zu bringen. Aus mehreren Schrottpanzern machen die beiden und weitere militärhistorisch interessierte Helfer wieder vorzeigbare Museumsstücke. Fahrbereit machen können sie den M 41, der bis in die 1960er-Jahre von der Bundeswehr genutzt wurde, nicht mehr. „Es mangelt an Ersatzteilen“, sagt Johannes Lindner.

Freuen sich über den historischen M 41: Jan Samaras (links) und Johannes Lindner.

Immerhin sind die Ketten des M 41 noch beweglich. Das macht die Arbeit des Bergungsteams ein wenig leichter. Doch auch mit blockierten Ketten wäre es für den 830 PS starken Bergepanzer kein Problem, den Schrotthaufen aus dem unwegsamen Gelände zu wuchten. Bis zu 70 Tonnen Last kann das Ungetüm auf dem Leopard-Fahrgestell im Gelände ziehen, die Soldaten waren darauf vorbereitet.

Demnächst wird auch der alte Schützenpanzer Marder, der auf dem Gelände der Alheimer-Kaserne nahe der Wache ausgestellt ist, in einen Bundeswehr-Standort umziehen, der noch eine Zukunft hat.

Von Jörg Steinbach

Quelle: HNA

Kommentare