Sie packen zu am Bau

Flüchtlinge bekamen Ausbildungs- und Praktikumsplätze

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Freuen sich über einen Ausbildungsplatz im Baugewerbe: Humed Osman (von links), Saeed Maslah Qasim, Soltan Osman Bekit und Weba Meke. Im Hintergrund: Klaus Stöcker, Obermeister des Bauhandwerks und Manuela Triebstein, Mitarbeiterin der Kreisverwaltung.

Bebra. Ein Pilotprojekt zum Thema Integration hat sich zum Erfolgsmodell entwickelt. Flüchtlinge und Asylbewerber haben Ausbildungs- beziehungsweise Praktikumsplätze bekommen.

Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg und das Bauhandwerk im Kreis hatten ab März zwölf junge Männer in der Lehrbaustelle in Bebra beschäftigt. Ziel war es, sie auf eine duale Ausbildung im Bauhandwerk vorzubereiten.

Die Flüchtlinge lernten dort Tätigkeiten wie Vermessen, Sägen, Bohren, Hobeln, Mauern, das Herstellen von Gerüsten sowie die Grundlagen des Stahlbetonbaus.

„Wir haben hier ein bundesweites Vorreiter-Projekt gefahren“, sagt Klaus Stöcker, Obermeister der Handwerksinnung. Der Einsatz von Flüchtlingen und Asylbewerbern im Baugewerbe sei bisher einmalig.

Nun ist es gelungen, sieben der zwölf Teilnehmer in Betriebspraktika zu vermitteln. Vier der Teilnehmer haben sogar einen Ausbildungsplatz als Straßenbauer, Maurer und als Maler/Lackierer sicher. „Auf dieses Ergebnis können wir sehr stolz sein“, erklärte Stöcker. Alle Beteiligten hätten dadurch etwas gewonnen: Die Flüchtlinge, das Baugewerbe und der Landkreis.

Gefördert wurde das Projekt zu einem Großteil durch Geld aus dem Europäischen Sozialfonds und durch den Landkreis. Mit dem Ergebnis sei man sehr zufrieden. Die Initiatoren wünschen sich deshalb eine schnellstmögliche Fortsetzung, sagt Manuela Triebstein vom Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

Allerdings läuft die Förderung aus dem Europäischen Sozialfonds Ende dieses Jahres aus. Eine neue Förderperiode beginne zwar im Januar 2014, erklärt Triebstein – aber die hessische Landesverwaltung sehe sich außer Stande, eine weitere Förderung so kurzfristig zu bewilligen. Triebstein sagt, sie hoffe auf ein Folgeprojekt, sobald die Bewilligung da sei.

Es zeichne die Flüchtlinge aus, dass sie alle sehr willig seien, sich zu integrieren, etwas zu lernen und zu arbeiten – obwohl sie zum Teil traumatisierende Erlebnisse durchgemacht hätten, und in schwierigen Verhältnissen fernab ihrer Heimat lebten.

Von Marc Hörcher

Quelle: HNA

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