Serie: Mit dem Landwirt durch das Jahr

Zu Ostern ist Hochsaison: Sandra Zimmermann und Alexander Weber halten 18 000 Bio-Legehennen

Mit Auslauf: Sandra Zimmermann und Alexander Weber halten im Alheimer Ortsteil Heinebach insgesamt 18 000 Legehennen nach den Richtlinien des Naturland-Verbandes. Fotos: Eisenberg

Heinebach. Kaum hat Sandra Zimmermann das umzäunte Gelände am Ortsrand von Heinebach betreten, da stürmt eine braun-gefiederte Hühnerschar aufgeregt gackernd ins Freie.

18 000 Legehennen hält die 39-Jährige gemeinsam mit ihrem Partner Alexander Weber. Um Ostern, wenn die Nachfrage nach Eiern ansteigt, ist auf dem Heinebacher Geflügelhof Hochsaison. Im Jahr 2009 hat die Familie die Milchwirtschaft aufgegeben und nur noch Bullen gemästet. 2013 ging der neue Hennenstall in Betrieb; im vergangenen Jahr wurde auch der ehemalige Rinderstall für Hühner umgebaut.

Zimmermann und Weber bewirtschaften ihren Hof nach den Richtlinien des Bio-Anbauverbandes Naturland. Sechs statt konventionell neun Hennen dürfen auf einem Quadratmeter Stallfläche gehalten werden. Zusätzlich stehen ein überdachter Wintergarten und pro Tier mindestens vier Quadratmeter Freifläche zur Verfügung. Gefüttert werden die Tiere mit einem Gemisch aus 35 Prozent selbst angebautem Getreide und 65 Prozent zugekauftem Eiweisfutter.

Alexander Weber kooperiert mit vier Betrieben im Umkreis von etwa 50 Kilometern: Die Landwirte, die Futter für seine Hühner anbauen, erhalten im Gegenzug Hühnermist als Dünger. Im Alter von 18 Wochen beziehen die Heinebacher Landwirte die Tiere von einem Bio-Aufzuchtbetrieb. Etwa 19 Monate lang legen sie Eier, bevor ihr Leben in einer Großschlachterei endet. In vielen konventionellen und auch Bio-Geflügelhöfen würden die Tiere schon geschlachtet, bevor nach etwa elf Monaten der Mauser genannte Wechsel des Federkleides einsetzt, erklärt Sandra Weber.

Auch im Bio-Stall kommt moderne Technik zum Einsatz: Ein Computer steuert Wasser-Zufuhr sowie Futter-Förderbänder und sorgt dafür, dass sich die Luken zum Außengehege morgens öffnen und abends schließen. Förderbänder unter den Sitzstangen transportieren einmal wöchentlich den Mist ab. Auch das Stroh auf dem Stallboden wird regelmäßig erneuert. Die Eier rollen aus den Nestern direkt auf ein Transportband, das sie einmal am Tag in einen Nebenraum transportiert. Dort werden sie automatisch auf Stiegen gesetzt und anschließend auf Paletten verladen. Dennoch: Für das Einsammeln der außerhalb der Nester gelegten Eier, Dokumentation, Pflege der Ausläufe, Hygiene und Kontrolle sind die Landwirte gefragt. „Die Leute denken immer, wir bräuchten vorne nur Futter in den Stall zu schütten und hinten fallen die Eier raus“, meint Alexander Weber kopfschüttelnd.

Ihre Eier liefern Weber und Zimmermann dem Geflügelhof von Leonhard Häde zu. Dort werden sie maschinell nach Größe sortiert, verpackt und unter dem Markennamen Sonnenei überwiegend in der Region vermarktet. Dass sie vor Ostern mehr Eier produzieren sollen, könne er seinen Hühnern natürlich nicht sagen, scherzt Weber. Eine wichtige Rolle spiele deshalb der Zeitpunkt, an dem die Junghennen eingestallt werden. „Danach dauert es noch etwa drei Wochen, bis sie die ersten Eier legen“, erklärt der 39-Jährige.

Legehennen auf dem Geflügelhof Weber in Heinebach

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