Vor Umgehungsbeschluss hätte man reden müssen

Ortsumgehung: Unmut über Bebras Aktion

Rotenburg/Bebra. Bebras Stadtverordnete streben einen Anschluss der geplanten Ortsumgehung Lispenhausen an die Bundesstraße 27 in Höhe der Bebraer Kläranlage an.

Klaus Troch

Dieser Beschluss, den das Parlament am Mittwoch einstimmig gefasst hat, stößt beim Zubra-Partner Rotenburg auf Erstaunen – um es vorsichtig zu formulieren. Bürgermeister Christian Grunwald, Stadtverordnetenvorsteher Klaus Troch und Lispenhausens Ortsvorsteher Manfred Knoch äußerten sich dazu gegenüber der HNA. „Diese Beschlussfassung suggeriert, dass unsere Stadtverordnetenversammlung in Rotenburg sich nicht oder nicht ausreichend mit dieser Möglichkeit der Linienführung beschäftigt hat“, erklärte Stadtverordnetenvorsteher Troch. Diesen Eindruck müsse er für die Rotenburger Stadtverordneten von sich weisen.

Manfred Knoch

Vielmehr sei auch in den Informationsveranstaltungen der Stadt seitens Hessen mobil klargestellt worden, dass die von den Bebraer Stadtverordneten in Rede gebrachte Trassenvariante bereits vor Jahren aus naturschutzrechtlichen, vogelschutzrechtlichen und hochwasserschutzbedingten Gründen von den Fachbehörden verworfen worden sei. Dies gelte bis heute. „Dieses Wissen war Grundlage für unsere Beschlussfassung“, sagt Troch.

Bürgermeister Christian Grunwald bedauert, dass im Vorfeld des Bebraer Beschlusses zur Ortsumgehung Lispenhausen kein Austausch auf parlamentarischer oder Verwaltungsebene mit der Nachbarstadt Rotenburg stattgefunden habe. „Eine enge Abstimmung mit unserer Partnerkommune Bebra liegt uns sehr am Herzen. Insofern hätten wir gerne vor einer Beschlussfassung sachlichen oder inhaltlichen Input an die Bebraer Entscheidungsträger gegeben.“

„Mit Blick auf die Lispenhäuser Bevölkerung sind wir schon seit Wochen bemüht, im Rahmen der vorgegebenen Bedingungen Lösungen zu finden, die möglichst viele zufriedenstellen“, erklärte Ortsvorsteher Manfred Knoch. Er selbst, Grunwald und Troch sind sich einig, dass dabei erst die schon seit mehreren Wochen laufenden intensiven Abstimmungen mit den Fach- und Entscheidungsbehörden notwendig seien, bevor man andere Trassenwünsche öffentlich beschließe und damit Erwartungen wecke, die möglicherweise nicht erfüllt werden können.

„Wir sind weiterhin im Sinne der Interessen aller betroffenen Bürgerinnen und Bürger tätig und werden natürlich umgehend öffentlich über mögliche Veränderung der bisher geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen sprechen“, verspricht Christian Grunwald. „Allerdings erst dann, wenn diese greifbar sind. Das ist bisher eben nicht der Fall.“ Er lade die Bebraer Entscheidungsträger daher gerne zu einem Gespräch ein, um die geltenden Rahmenbedingungen zur Trassenführung der Ortsumgehung Lispenhausen vorzustellen, um eine für beide Kommunalparlamente gleiche Fakten- und Informationslage zu erreichen. (red/sis)

Quelle: HNA

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