Ortsumgehung Lispenhausen: Unterführung statt Brücke

Lispenhausen. Satte Mehrheiten für die Planung der Ortsumgehung Lispenhausen am Montagabend im Ortsbeirat und im Rotenburger Bau- und Planungsausschuss: Die in der Bürgerversammlung vorgestellte Variante 1a soll realisiert werden, allerdings mit einer wesentlichen Änderung.

Zwischen Lispenhausen und Bebra soll vorrangig eine Unterführung vorgesehen werden - wenn sie technisch machbar ist.

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Die Planer von Hessen mobil hatten eine Brücke über die Bahnanlagen vorgesehen, die allerdings einschließlich Schallschutz 16 Meter hoch würde. Nicht zuletzt deshalb regte sich Widerstand im Dorf. Die Umgehung würde mit Brücke 17,4 Millionen Euro kosten, mit Unterführung 24,8 Millionen, hatte Baudirektor Peter Wöbbeking noch in der Bürgerversammlung Ende September erklärt.

Die Unterführung berge aufgrund der technisch schwierigeren Umsetzung ein höheres Kostenrisiko. Deshalb, so sagte Wöbbeking damals, werde die Unterführung nicht weiter geplant - es sei denn, es träten neue Aspekte auf.

Ein weiterer neuer Teil in der von Bauausschuss und Ortsbeirat empfohlenen Vorlage für die Stadtverordneten ist, dass Hessen mobil die hydraulische Unbedenklichkeit dieser Variante prüfen soll mit Blick auf Hochwasserschutz für die Kernstadt und Lispenhausen.

Kein Diskussionsbedarf

Vier Ortsbeiratsmitglieder stimmten für diesen Vorschlag, je eines enthielt sich, beziehungsweise war dagegen. Diskussionsbedarf bestand offenbar nicht, die Abstimmung fand ohne Aussprache statt. Etwa 30 Zuschauer verfolgten die Sitzung. Ortsvorsteher Manfred Knoch und Adolf Iba, einer seiner Stellvertreter, durften aufgrund ihrer persönlichen Betroffenheit bei diesem Tagesordnungspunkt nicht im Sitzungsraum bleiben.

Auch im Bau- und Planungsausschuss gab es eine breite Mehrheit für die Ortsumgehung, möglichst mit Unterführung.

Die Rotenburger Stadtverordneten beschließen am Dienstag über diese Empfehlung.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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