Neue Heimat für den Z 22

 Originaler Zuse-Computer im „wortreich“ ausgestellt

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So groß waren die ersten Computer: Robert Krumme, Hans Uhlemann, Bürgermeister Thomas Fehling, Reinhold Schott vom Kulturamt und Stifter Friedrich Krumme (von links) vor dem Z 22, der derzeit im „wortreich“ aufgebaut wird.

Bad Hersfeld. Der Unternehmer Friedrich Krumme wollte der Stadt „auch mal was zurückgeben“, und für Bürgermeister Thomas Fehling „ist ein Herzenswunsch in Erfüllung gegangen“.

Seit Montag dieser Woche wird in der Mitmach-Ausstellung „wortreich“ in Bad Hersfeld als neues Exponat ein Original-Computer Z 22 aus der Produktion der Firma von Konrad Zuse aufgebaut.

Krumme, der Kauf, Transport und Rekonstruktion des Museumsstücks mit knapp 30.000 Euro finanziert, würde den aus dem Jahre 1955 stammenden Z 22 am liebsten wieder voll funktionstüchtig erleben.

Daran arbeitet im „wortreich“ mit dem 71-jährigen ehemaligen Zuseaner Hans Uhlemann aus Buchenau ein ausgewiesener Fachmann, der einst im zur Produktionshalle umfunktionierten Pferdestall des Zuse-Anwesens in Neukirchen an eben jenem Computer sein Handwerk erlernte. Wie lange er im „wortreich“ zugange sein wird, das kann Uhlemann noch nicht abschätzen. Die offizielle Präsentation des erneuerten Museumsstücks wird voraussichtlich Anfang August stattfinden.

Die Installation des Z 22 an seinem neuen Standort bezeichnet „wortreich“-Chefin Anne Groß als „gläsernen Aufbau“, weil er vor den Augen der Besucher erfolgt. Hans Uhlemann steht zudem montags bis freitags von 10 bis 12 und von 13 bis 15 Uhr allen Interessenten Rede und Antwort.

Erworben wurde der Computer aus dem Nachlass von Hubert Lehmann aus Bad Salzschlirf. Mit im Rennen um die historische Technik waren so namhafte Konkurrenten wie das Deutsche Museum in München und das Berliner Technik-Museum. Letztlich hatte jedoch die Überzeugungsarbeit der Hersfelder bei Lehmanns Witwe Bärbel Erfolg.

Von Karl Schönholtz

Quelle: HNA

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