Zerwürfnis mit dem Landesverband

Opferhilfe Weißer Ring: Mitarbeiter im Kreis legen Ehrenämter nieder

Hersfeld-Rotenburg. Die Mitarbeiter der Außenstelle des Weißen Rings im Kreis Hersfeld-Rotenburg beenden ihr ehrenamtliches Engagement zum Monatsende. Das zwölfköpfige Team um Außenstellen-Leiter Volker Damm zieht damit geschlossen Konsequenzen aus Zerwürfnissen mit dem Landesverband.

Der Landesverband hat bereits reagiert und sucht per Anzeige nach Nachfolgern. Kriminalitätsopfer sollen unter dem aktuellen Zustand nicht leiden, eine Vertretung sei durch die Nachbarkreise geregelt, erklärt Landesvorsitzender Horst Cerny.

Der Konflikt schwelt offenbar schon länger: Zunehmende Verwaltungaufgaben, mangelnde Kommunikation, fehlende Reaktionen auf Verbesserungsvorschläge sowie mangelnde Wertschätzung und Mitarbeiterführung – das alles kreiden die ehrenamtlichen Helfer aus dem Kreis dem Landesverband an.

I-Tüpfelchen sei die Anweisung gewesen, dass künftig jeder Mitarbeiter alle drei Jahre ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorlegen soll, bestätigte Karl Wessely, der ebenfalls zur Außenstelle Hersfeld-Rotenburg gehört. In der jüngsten Landesversammlung hatte Außenstellen-Leiter Damm deshalb den Rückzug seines Teams angekündigt. Die Entscheidung habe jedes einzelne Mitglied für sich getroffen, sagte Damm gegenüber unserer Zeitung.

Für Landesvorsitzenden Cerny ist diese Entscheidung absolut nicht nachvollziehbar. Wenn Vorschläge aus der Außenstelle nicht berücksichtigt worden seien, sei dies aus Datenschutzgründen oder mit Hinweis auf die Gemeinnützigkeit des Weißen Rings geschehen. Die Forderung nach einem erweiterten Führungszeugnis für alle Mitarbeiter – unabhängig von Stellung oder Dauer ihres Engagements – geht auf den Beschluss des Bundesvorstands zurück nach Empfehlung einer Arbeitsgruppe. (sis)

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Quelle: HNA

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