Opernpreise für Rothländer und Mönnighoff

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Strahlende Gewinner auf der Bühne: Mit dem Hersfelder Opernpreis 2013 sind gestern Jannes Philipp Mönninghoff und Lisa Rothländer (vorne von links) ausgezeichnet worden. Den Orpheuspreis für Nachwuchssänger erhielten Julia Ebert und Michael Chacewicz. Für die Tänzerinnen von Michèle Meckbach (dahinter) gab es den Ensemblepreis.

Bad Hersfeld. Sie sind jung, talentiert und sympathisch: Lisa Rothländer und Jannes Philipp Mönnighoff sind gestern mit dem Hersfelder Opernpreis 2013 ausgezeichnet worden. Den Orpheuspreis für Nachwuchssänger erhielten beim Festakt in der Stiftsruine Julia Ebert und Michael Chacewicz.

Lisa Rothländer steht in der Mozart-Oper „Die Entführung aus dem Serail“ als Blondchen auf der Bühne, Jannes Philipp Mönnighoff gibt an ihrer Seite den Pedrillo. „Rothländer verfügt über eine über alle Register ausgeglichene schöne Stimme, die sie mit großer Spielfreude beglaubigt“, begründete die Jury ihre Entscheidung. Mönnighoff habe ein großes stimmliches Potenzial und eine ansteckend wirkende Lebendigkeit. Beide Preisträger boten dem Publikum auch gleich einen Eindruck ihres Könnens.

Julia Ebert singt in Bizets „Carmen“ die Frasquita. Die „an sich kleine Partie gewinnt durch die sängerische und darstellerische Präsenz Eberts an überraschendem Profil“, hieß es in der Begründung. Michael Chacewicz, der schon 2011 in Bad Hersfeld zu sehen war, ist in „Carmen“ Dancairo. Er gestalte seine Nebenrolle wortverständlich und einprägsam.

Auch einen Ensemblepreis gab es in diesem Jahr, er ging an die Tänzerinnen der Tanz- und Ballettschule Michèle Meckbach.

Vorgestellt wurden die Preisträger von Nicole Schlabach als Vertreterin der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen. Zur Jury gehörten Monika Beer (Kulturredakteurin), Dr. Dietrich Betz (Ministerialrat i.R.), Geraldine Gabor-Dreyer (Romanistin) und Dr. Albert Zetzsche (Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst). Die Preise sind undotiert.

Frieden und Völkerverständigung sowie die Bedeutung von Kunst und Kultur waren ansonsten beim Festakt die beherrschenden Themen. Zugegen waren unter anderen Erzbischof Hendryk J. Muszynski aus Polen und der französische Gesandte Jean-Claude Tribolet. Darauf, dass sowohl bei der Oper als auch den Festspielkonzerten stets „Akteure aus aller Herren Länder“ mitwirken, verwies der Erste Stadtrat Dr. Rolf Göbel.

Großer Dank galt wie immer den vielen ehrenamtlichen Helfern, ohne die die Opernfestspiele nicht möglich wären. Für musikalischen Genuss sorgten einmal mehr der Hersfelder Festspielchor, Virtuosi Brunensis und die Dirigenten Siegfried Heinrich und Michael Stolle. Als Solisten traten Michael Marz, Karol Bettley, Ewelina Jurga und Marina Nikoriuk auf.

Auf die Diskussion rund um die Zukunft der Opernfestspiele gingen einige Festredner – etwa Finanzminister Dr. Thomas Schäfer und der CDU-Bundestagsabgeordnete Helmut Heiderich – am Rande ein. Applaus gab es für die Aussage von Prof. Dr. Klaus Malettke, Sprecher des Kuratoriums „Oper in der Hersfelder Stiftsruine“, die Opernfestspiele könnten ihre Qualität und ihren Ruf nur als eigenständige Veranstaltung bewahren.

Von Nadine Maaz

Quelle: HNA

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