Multiple Sklerose-Selbsthilfegruppe bietet den Erkrankten Austausch und Abwechslung

Ohne Hilfe geht es nicht

Hersfeld-Rotenburg. „Morgens gilt der erste Gedanke meiner Gruppe“, erzählt Gaby Winkler (51) aus Wölfershausen. Im Jahr 2008 hat sie den Vorsitz der Multiple Sklerose-Selbsthilfegruppe Hersfeld-Rotenburg von ihrer Vorgängerin Brigitte Schneider übernommen. Ihr zur Seite stehen die Vorstandsmitglieder Karl-Heinz Rohloff, Michael Schneider und Günter Aschbrenner.

Die Gruppe, die bereits 1983 von Edith Kaisinger gegründet wurde, zählt derzeit 30 Mitglieder. „Einige Mitglieder sind inzwischen dauerhaft bettlägerig“, bedauert Gaby Winkler. Zwischen 17 und 20 Frauen und Männer nehmen an den Gruppentreffen teil, die jeden ersten Dienstag im Monat im Bürgerhaus in Beiershausen stattfinden. Ein extra gecharterter Behindertenbus holt die Teilnehmer, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, den Rollator als Hilfsmittel benötigen oder mit Gangunsicherheit zu kämpfen haben, von zu Hause ab. Die Kosten hierfür werden aus der Gemeinschaftskasse der Gruppe bezahlt.

Für alle sind die geselligen Stunden bei Kaffee und Kuchen wichtig, denn sie geben den Betroffenen die Möglichkeit zum Gedankenaustausch. Die intensiven Gespräche beschränken sich nicht auf die Erkrankung. „Nicht einer von uns ist wie der andere. Trotzdem oder gerade deswegen verstehen wir uns so gut“, versichern die Anwesenden.

Tische und Stühle stellt Karl Ruppel, der Hausmeister des Bürgerhauses, vor dem Eintreffen bereits auf und gehört damit zu den vielen Menschen, die den Erkrankten hilfreich zur Seite stehen. „Wir sind froh und dankbar für die Unterstützung aus der Bevölkerung“, sagt die Vorsitzende. Christa und Wilfried Cyplik sowie Waltraut Müller gehören zu den Freiwilligen, die sich vielfältig für die MS-Selbsthilfegruppe engagieren.

Dazu zählen der Verkauf der von fleißigen Helfern selbst gestrickten Strümpfe, eingekochter Marmeladen oder Bastelarbeiten zugunsten der Gruppe. Seit Jahren werden die Mitglieder von den Landfrauen aus Ronshausen und der Trachtengruppe Schenklengsfeld eingeladen. All das ist eine willkommene Abwechslung, die dankbar angenommen wird.

Fachvorträge zum Umgang mit der Erkrankung gehören zum Angebot, und alle zwei Jahre wird eine Tagesfahrt organisiert. Neue Mitglieder sind immer willkommen.

Von Gudrun Schmidl

Quelle: HNA

Kommentare