Einblick in Praxis und Lernen - Rotenburger Studienzentrum hatte offene Türen

Nachwuchs gesucht: Der Tag der offenen Tür an der Hessischen Hochschule für Finanzverwaltung und Justiz bot Gelegemnheit für junge Leute , die verschiedenen Berufsbilder kennenzulernen. Unser Bild zeigt den Rotenburger Dozenten Uwe Kallenbach, links, im Gespräch. Fotos: Apel

Rotenburg. Als attraktiver Lernort präsentierte sich das Rotenburger Studienzentrum der Finanzverwaltung und Justiz beim Tag der offenen Tür im Hochschulkomplex an der Josef-Durstewitz-Straße und im Landgräflichen Schloss.

Die bundesweit anerkannte Ausbildungsstätte des Landes Hessen wirbt mehr denn je mit ihren Arbeits- und Unterbringungsbedingungen um guten Nachwuchs für die Verwaltung. Das machte nicht zuletzt Finanzstaatssekretärin Dr. Bernadette Weyland deutlich, die am Samstag zum ersten Mal nach Rotenburg gekommen war und die im Audimax, von Rektor Lothar Seitz herzlich willkommen geheißen, geradezu begeistert feststellte: „Das Rotenburger Ausbildungsangebot ist einmalig!“ Als Mutter von vier erwachsenen Kindern, die immer wieder mit der schwierigen Situation der Berufswahl konfrontiert gewesen ist, ermunterte sie alle sich für eine Ausbildung in der Finanzverwaltung interessierenden jungen Leute, einzusteigen und mit dafür zu sorgen, dass Steuern gezahlt werden: „Der Zusammenhalt und das Leben sind bei uns nur deshalb so gut, weil wir Steuern einnehmen und für verschiedenste Zwecke ausgeben!“

Beim anschließenden Rundgang schaute die Staatssekretärin in der neuen Küche des Studienzentrums vorbei, in der sie einen Angus-Burger probieren durfte, und in einem der vielen Hörsaale beim Fresch-Team. Dieses besteht aus frischgebackenen Absolventen, die vor allem an Schulen um Nachwuchs für die Finanzverwaltung werben. Beim Tag der offenen Tür taten das die Diplom-Finanzwirte Carina Apel (26) und Patrick Felix (24). Beide gaben den Besuchern anschauliche Einblicke in die von ihnen als „blaue Bibel“ bezeichnete Abgabenordnung mit all ihren speziellen Tatbeständen und Tatbestandsmerkmalen.

Wie zwangsversteigert wird 

Anderenorts gab es Interessantes aus den Bereichen Sozialwissenschaften, Einkommensteuer/Betriebsprüfung, Umsatzsteuer, Privatrecht, Familienrecht, Nachlassrecht und Zwangsversteigerungsrecht zu erfahren. So konnte man in einem interessanten Anspiel miterleben, wie das Schloss der überschuldeten Amalia Victoria Gräfin zu Schauenstein auf Antrag der Raff- und Gier-Bank unter den Hammer kommt und wie es vom zuständigen Rechtspfleger nach ganz bestimmten Modalitäten zugeschlagen wird.

Tag der offenen Tür im Hessischen Studienzentrum

Den ganzen Tag über wurde zu Führungen eingeladen, bei denen man auch das hervorragend ausgestattete und genutzte Fitnessstudio des Studienzentrums in Augenschein nehmen konnte. Wer Hunger hatte, konnte sich an diversen Speisen und Kuchen laben, wer zur Abwechslung lieber Musik hören wollte, für den spielte das Blasorchester der Jakob-Grimm-Schule auf. Den ganzen Tag galt, was Bürgermeister Christian Grunwald so ausdrückte: „In Rotenburg sind Steuern cool.“

Von Wilfried Apel

Quelle: HNA

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