Am Sonntag werden vielerorts Führungen geboten

Offene Denkmäler locken Besucher

Die Kunstmühle von Herz Hess & Söhne, circa 1920. Foto: nh

Rotenburg. Das Jüdische Museum Rotenburg in der ehemaligen Mikwe ist eine der vielen hundert hessischen Einrichtungen, die zum Tag des Offenen Denkmals am Sonntag, 13. September, die Türen öffnen.

Um 14.30 Uhr beginnt eine Sonderführung mit Dr. Heinrich Nuhn, bei der einzelne Exponate aus einer dem Besucher meist unbekannten Sicht vorgestellt werden. Dazu gehören auch Objekte, die das diesjährige Motto „Handwerk, Technik, Industrie“ aufgreifen.

Handwerker und Fabrikanten

Jüdische Handwerker und Fabrikanten betätigten sich in Rotenburg unter anderem als Schmiede, Schlosser, Klempner, Schneider, Hutmacher, Schuhmacher, Polsterer, Tapezierer, Schirmmacher und Buchbinder. Die Gebrüder Katzenstein betrieben eine Holzwollefabrik, Leopold Buschhoff eine kleine Zigarrenfabrikation. Herz Hess machte aus der ehemaligen Herrenmühle an der alten Fuldabrücke die modernste Kunstmühle in der Region. Moses Gans fertigte in seiner Werkstatt in der Breitenstraße sogenannte Grudeöfen, Küchenherde mit einer besonderen Warmhaltetechnik für die Sabbatspeisen, die europaweit Abnehmer fanden. 72 Lehrlinge bildete er zu Schlossergesellen aus, Landgraf Chlodwig von Hessen ernannte ihn zum Landgräflichen Hofschlossermeister. Das jüdische Museum erhielt einen behindertengerechten Zugang.

An diesem Tag ist auch die Rotenburger Jakobikirche von 11.30 bis 18 Uhr für Besucher geöffnet. Pfarrer Michael Dorfschäfer bietet um 16 Uhr eine Führung an.

Das Sandsteinmuseum im Cornberger Kloster ist ab 10 Uhr geöffnet. Um 13.30 Uhr bietet Madeleine Tatsch eine Führung an. Außerdem sind zwei Bilderausstellungen zu sehen: eine zum 20-jährigen Bestehen des Museums, eine weitere über Objekte aus Cornberger Sandstein. (red/sis)

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