In der politischen Arbeit für die Gemeinde ist der CDU-Bürgermeister stets um Konsens bemüht

„Offen und ehrlich miteinander umgehen“

100 Tage im Amt: Markus Becker

Ein CDU-Bürgermeister im seit Bestehen der Bundesrepublik bis dato traditionell Roten Ronshäuser Rathaus – ist das ein Problem? „Die Parteizugehörigkeit spielt für mich keine Rolle“, sagt Markus Becker. Er sei für alle gleichermaßen da.

Schon bevor er am 1. April offiziell sein Amt angetreten habe, sei er im Gespräch mit allen Ronshäuser Fraktionen gewesen. Sein Ziel sei es, für alle wichtigen Themen eine gemeinsame Basis zu finden.

Tolles Team, auf das Verlass ist

„In der Verwaltung haben wir zudem ein tolles Team, auf das ich mich verlassen kann“, sagt der neue Rathauschef. Er profitiere von der Erfahrung seiner Mitarbeiter – einige seien ja schon länger dabei, als er auf der Welt sei.

„Wer offen und ehrlich miteinander umgeht, kann die meisten Probleme schon im Vorfeld ausräumen“, sagt er. Dass dies gelingen kann, haben ihm die Erfahrungen aus den ersten 100 Tagen gezeigt. Denn da galt es bereits, dicke Bretter gemeinsam zu bohren.

Die mit über zehn Millionen Euro hoch verschuldete Gemeinde muss drastisch sparen. „Größte Aufgabe und Herausforderung für mich als Bürgermeister ist die Konsolidierung des Gemeindehaushalts“, sagt Becker. Die Ronshäuser wollen dabei einen moderaten Weg beschreiten – „spürbare Einschnitte wird es aber trotzdem geben müssen“, ist sich Becker sicher.

Von Schutzschirm bis Abwasser

Bei der Aufstellung des Konsolidierungsprogramms, das vor dem Hintergrund des möglichen Schutzschirms völlig neu erstellt werden musste, sei die Zusammenarbeit sehr gut gelaufen. Auch an der Erstellung des Haushalts hatte Becker bereits mitgearbeitet. Als weitere Höhepunkte seiner ersten 100 Tage nennt er die Arbeit in der Kommission Schutzschirm, den Abschluss und die Abrechnung der Kanalbauarbeiten, das Erstellen der ersten Abschlussbilanz der Gemeinde für das Jahr 2009 und die Neukalkulation der Abwassergebühren, an der zurzeit gearbeitet werde.

Die strikten Einsparungen führten inzwischen zu Schwierigkeiten: „Ganz praktisch zeigt sich das Problem beim Bauhof, wo eine Stelle weggefallen ist – dort fehlt nun einfach Personal“, sagt Becker. Letztlich müsse er nun zum Beispiel entscheiden: Sollen zuerst der Kindergarten oder die Verkehrsinseln gepflegt werden? „Alles was nötig wäre, geht leider gleichzeitig nicht mehr – bei der Pflege gemeindlicher Flächen sind wir auf Hilfe von Bürgern und Vereinen angewiesen.“ Becker geht dabei mit gutem Beispiel voran: er mäht – direkt vor seiner Haustür – den Spielplatz an der Schillerstraße und die dortige Gemeindewiese. Tatkräftig unterstützt von Schwiegerpapa Heinrich Curth, wie er betont.

„Viele Ronshäuser haben sich bereits gemeldet und helfen bei der Pflege mit“, freut sich Becker. Weitere Freiwillige seien herzlich willkommen. (pgo)

Quelle: HNA

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