Werk soll für Schäden an Häusern verantwortlich sein

Obersuhler Hausbesitzer protestieren gegen Kiesabbau

Im Osten Obersuhls wächst die Kritik an der geplanten Erweiterung des Kiesabbaus: Hausbesitzer haben nachgemessen und befürchten, dass das Abbaugebiet noch näher an die Häuser heranrückt, als vom Kieswerk bislang angegeben. Unser Foto zeigt von links Günter Schlosser, Bürgermeister Alexander Wirth mit Zeichnungen des Unternehmens, Manuela Kleinwächter und Gisela Weyh. Die Hausbesitzer gehen davon aus, dass der Abbau laut Zeichnungen bis etwa zu dem Punkt geht, wo sie auf dem Foto stehen. 2 Fotos: Dupont

Obersuhl. Die Kritik an der geplanten Erweiterung des Kiesabbaus reißt nicht ab. Das Kieswerk weist die Vorwürfe zurück. Die Schäden an Häusern hätten mit dem Abbau nichts zu tun.

Die Hausbesitzer im Osten Obersuhls machen sich große Sorgen um ihre Häuser. „Wir haben Angst, dass unsere Häuser noch weitere Schäden davontragen“, sagen die betroffenen Hausbesitzer. Sie halten es für sehr wahrscheinlich, dass der Kiesabbau zwischen Untersuhl und Obersuhl für die zum Teil erheblichen Risse in ihren Häusern und die Senkungen auf ihren Grundstücken verantwortlich ist. Deshalb lehnen sie die geplante Erweiterung des Kiesabbaus in Richtung Obersuhl ab.

Über 700 Schäden an 15 Häusern haben Hausbesitzer bei einer ersten Dokumentation Anfang 2014 im östlichen Obersuhl festgestellt.

Die Hausbesitzer befürchten auch, dass das Obersuhler Kieswerk den zugesagten Abstand von mindestens 100 Metern von Wohnhäusern nicht einhalten wird. Sie haben anhand der bislang vom Unternehmen vorgelegten Zeichnungen nachgemessen. Das Ergebnis: Die kürzeste Entferung zu einem Wohnhaus wäre weit unter 100 Meter, zur Kläranlage sogar weniger als 50 Meter.

Es gibt auch einige neue Häuser am Ortsrand von Obersuhl, viele sind aber schon 50 Jahre oder älter. „Die Probleme haben erst vor etwa zehn Jahren angefangen, als das Werk beim Abbau tiefer ging - bis zu 35 Meter“, sagen die Hausbesitzer. Dass dabei Bodenschichten zerstört würden, sei doch klar.

„Solange nicht 100-prozentig sichergestellt ist, dass eine Erweiterung des Kiesabbaus in Obersuhl keine Schäden an Gebäuden und Grundstücken zur Folge hat, darf sie auch nicht genehmigt werden“, betont auch Bürgermeister Alexander Wirth. "Wir müssen wissen, was in dem betroffenen Bereich unter der Erde passiert", sagt Wirth.

Zurzeit befindet sich das Genehmigungsverfahren noch in der Anfangsphase. Das Kieswerk arbeitet daran, von der Genehmigungsbehörde angeforderte Unterlagen erstellen zu lassen. Die Unterlagen sollen bis Ende 2016 vorliegen. Dann wird das Unternehmen auch offiziell den Antrag auf Erweiterung einreichen.

Es folgt eine Prüfung durch die Fachbehörden und eine öffentliche Auslegung der Unterlagen.

Das Unternehmen weist die Kritik der Hausbesitzer zurück. Die Schäden stünden nicht mit dem Kiesabbau in Verbindung. Das Kieswerk spricht von offensichtlichen Baufehlern der Bauherren.

„Was wir beantragen werden, steht im Detail noch gar nicht fest“, betonte Matthias Nörthen, der Geschäftsführer des Kieswerks. Es liege bislang lediglich eine Tischvorlage für die Behörden vor. Die bislang vorliegenden Zeichnungen seien noch nicht detailgenau. Das sei üblich in dieser Phase eines Verfahrens. Es bleibe aber definitiv bei dem angegebenen Mindestabstand von 100 Metern zu Wohngebäuden.

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Quelle: HNA

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