Nichts Gutes von oben

Schmucksteine des Kirchturms sind marode, Brocken flogen auf die Straße 

Marode: Die Schmucksteine des Kirchturms an der Martin-Luther-Kirche in Rotenburg müssen erneuert werden. Unser Bild zeigt von links Architekt Helmut Spitze, Prädikantin Inge Nuhn, Pfarrer Lars Niquet und Christian Bätzel von Gerüstbau Ellenberger. Auf dem kleinen Bild sieht man marode Details. Foto:  Schäfer-Marg

Rotenburg. Der obere Teil des Glockenturms der Martin-Luther-Kirche in Rotenburg muss saniert werden. Die Schmucksteine aus Stahlbeton sind marode, abgeplatzte Teile davon sind schon zu Boden gefallen. Deshalb ist schon gehandelt worden, wie Architekt Helmut Spitze berichtete: Gefährliche Teile wurden kontrolliert abgeschlagen.

Der Bau von Kirche und Kirchturm wurde 1964 abgeschlossen. Die Ornamentsteine, die zwei Seiten des Turms zieren, waren damals sehr filigran konstruiert worden. Das bedeutet auch, dass die Betondecke über dem Stahl nicht ausreichend dick war, erklärt der Architekt bei einem Ortstermin. Durch die Witterung drang Wasser ein, der Stahl rostete, Beton platzt ab.

Glocken schweigen

Der Kirchenkreis stellt nun 45 000 Euro zur Verfügung, um die Ornamentik erneuern zu lassen, berichtet Pfarrer Lars Niquet. Nach Ostern, am 2. April, soll mit den Arbeiten begonnen werden – dann müssen die Glocken für drei Wochen schweigen. Bis zur Konfirmation am Sonntag, 28. April, sollen sie wieder läuten können. Die Wabensteine am Kirchturm sind Teil eines Gesamtkonzeptes, erklärt Prädikantin Inge Nuhn. Das Motiv wird auch im Inneren der Kirche wieder aufgenommen.

Das hat die Suche nach einer Lösung nicht leichter gemacht. Erste Angebote über neue Steine aus Weißbeton, die mit nicht rostendem Edelstahl bewehrt werden sollten, würden allein in der Herstellung schon mehr als 50 000 Euro kosten – ohne Montage. Das war zu teuer.

Wasser als Schutz

Der Architekt hatte sich schon eine Alternative überlegt – Ornamente aus besonders behandeltem Thermoholz. Doch er wurde noch fündig bei einer kleinen Firma in Thüringen, die die Steine kostengünstiger anbot.

Schon nächste Woche wird ein Gerüst am Kirchturm angebracht. Die Arbeiten sollen voraussichtlich drei Wochen dauern. Eine Besonderheit schilderte der Architekt noch: Am Turm wurde absichtlich keine Regenrinne angebracht: Auf dem Dach sammelt sich Wasser. Das hat einen thermischen Effekt und soll den Turm schützen. Vögel baden auch darin.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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