Weltgebetstag: Frauen machen auf Probleme in Frankreich aufmerksam

Weltgebetstag: Musikalisch mitgestaltet wurde der Gottesdienst von einer kleinen, von Kathrin Nolte, mit Gitarre, geleiteten Schola, bei der auch Rodrigue Ehrnsberger, vorn, mitsang. Fotos: Apel

Bebra. „Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen“. Unter diesem Leitwort stand der in 170 Ländern gefeierte Weltgebetstag, zu dem Frauen aller Konfessionen am Freitagabend zu Gottesdiensten eingeladen hatten.

In Bebra war die katholische Pfarrgemeinde Gastgeberin. 17 Frauen aus den verschiedenen christlichen Gemeinden der Eisenbahnerstadt fragten danach, was es bedeutet, Vertrautes zu verlassen und plötzlich „fremd“ zu sein. Sie bezogen sich auf Lebensgeschichten und Erfahrungen von in Frankreich lebenden Frauen, denn diesmal stand das vergleichsweise nahe gelegene Nachbarland im Blickpunkt.

Dort ist die aus der Ukraine stammende Irena, die sich auf ein Stellenangebot bewarb, einem Zuhälterring ausgeliefert. Joyce wird wegen ihrer Hautfarbe diskriminiert. Marie-Léone erhielt Asyl und ist glücklich verheiratet. Beispielhaft beleuchteten die Bebraer Frauen, welche Handlungsanweisungen die Bibel gibt und wie die gemeinsamen Lebensbedingungen so gestaltet werden können, dass alle wahrgenommen, respektiert und willkommen geheißen werden. Kathrin Nolte hatte mit ihrer Weltgebetstags-Schola mit Bedacht ausgewählte Lieder eingeübt, die unterstrichen, dass man „die Tür nicht zuschlagen, sondern öffnen“ soll. Ganz besonders eindrucksvoll waren die von Rodrigue Ehrnsberger auf Französisch vorgetragenen Verse des Dankliedes „Merci, wir danken dir Herr, du veränderst uns!“

Im Anschluss an den Gottesdienst war die Gemeinde, zu der sich leider nur sehr wenige Männer gesellt hatten, zu einem kleinen französischen Büffet mit Baguette, Käse und Rotwein eingeladen. Aber auch zu Schwester-Elli-Tee, der an die unvergessene Diakonisse Elli Seelbach und an die katholische Schwester Maria Salesia erinnerte. Beide haben dafür gesorgt, dass der Weltgebetstag in Bebra ein ökumenisches Ereignis geworden ist.

„Wir sind alle mit Leib und Seele dabei!“, unterstreicht Hannelore Hildebrandt, die seit über 35 Jahren zu den Aktiven zählt. Heidi Seifert findet es sehr interessant, dass jedes Jahr ein anderes Land mit seiner Kultur und seinen Problemen im Mittelpunkt des Gottesdienstes steht. Und Pfarrer Andreas Schweimer ist angetan davon, mit wie viel Akribie, Engagement und Eigenständigkeit die Frauen arbeiten.

Von Wilfried Apel

Quelle: HNA

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