Automobilzulieferer AE Group sucht neue Mitarbeiter – 140 Stellen sind zu besetzen

Nicht nur mit Geld locken

Dr. Matthias Mono

Nentershausen. Vor gut fünf Jahren war die AE Group insolvent, jetzt ist sie auf Wachstumskurs. Der Automobilzulieferer mit Hauptsitz in Gerstungen und Gießerei in Nentershausen will bis 2018 insgesamt 140 neue Mitarbeiter einstellen. In der ländlichen Region ist das kein einfaches Unterfangen.

Schon bis Ende 2016 werden 80 bis 100 Werkzeug- und Industriemmechaniker, Werkstoffprüfer, Informatikkaufleute und andere Angestellte gesucht. „Für einen Personaler ist das eine schöne Situation, wenn ein Unternehmen in diesem Umfang wachsen will“, sagt der neue Personalchef Dr. Matthias Mono. Der 53-Jährige aus Freiburg ist selbst erst seit Mai an Bord. Seine Aufgabe ist es, Fachkräfte in eine Region zu locken, die mit der Attraktivität von Frankfurt, München und Co. nur schwer konkurrieren kann.

Zudem zahlt die AE Group derzeit noch unter dem branchenüblichen Tarif – eine Folge der Insolvenz, gibt Mono zu, der Fachkräfte ohnehin nicht nur übers Gehalt locken will: „Eine faire Bezahlung ist selbstverständlich, aber wer für Geld kommt, der geht auch für Geld.“

Er will vielmehr in der AE Group ein Klima schaffen, in dem alle gern arbeiten, an der Aufbruchstimmung teilhaben wollen und sich einbringen. Die Rahmenbedingungen stimmen: 2014 wurde eine schwarze Null geschrieben, die Auftragsbücher sind voll, die Wachstumsprognose gut. Lehrlinge werden bei entsprechender Leistung fast sicher übernommen, selbst Quereinsteiger haben Chancen.

Deshalb besucht Personalreferentin Nadja Sachse mit den Dualen Studenten der Firma jede Schul- und Ausbildungsmesse in der Region. „Jeder Schüler muss ein Jahr vor dem Abschluss wissen, dass es uns gibt“, fordert Mono. Schließlich konkurriere die AE Group mit anderen um die Fachkräfte in einer Region, die schon jetzt eine niedrige Arbeitslosigkeit hat.

Bei diesen Gelegenheiten erzählen dann angehende Ingenieure wie Jens Hollstein und Adrian Keck, wie sie die AE Group erleben: Sie können Ideen im Rahmen ihres dualen Studiums nicht nur zu Papier bringen, sondern gleich in der Praxis umsetzen (Artikel unten). Das sei dieses Klima der Offenheit, das sich Mono für die ganze Firma wünscht. Noch sei es nicht überall so weit, aber das könne man eben nicht mit einem Federstrich beschließen.

Von Marcus Janz

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