Bekenntnisschule möchte sich keiner christlichen Richtung zuordnen lassen

Nicht in eine Schublade stecken

Tim Treis

Heinebach. Der Unterricht an der christlichen Bekenntnisschule in Heinebach hat im August begonnen. Auf eine Richtung christlichen Glaubens wollen sich die Verantwortlichen der privaten Martin-Luther-Schule nicht festlegen lassen.

„Unsere Grundlage ist die Bibel“, sagt der Vorsitzende vom Förderverein christliche Bekenntnisschule Alheim, Andreas Löwen. Er ist Mitglied der Christlichen Gemeinde Heinebach. Im Untergeschoss der Gemeinde lernen acht Erstklässler nun lesen, schreiben und rechnen. „Das ist wie an jeder anderen Schule auch“, sagt Löwen. An der Martin-Luther-Schule solle nach dem Prinzip der Nächstenliebe gelehrt werden. Bis auf die Unterrichtsräume bestehe keine direkte Verbindung zwischen Gemeinde und Bekenntnisschule, sagt Löwen.

Gerüchte, dass die Bekenntnisschule und die Christliche Gemeinde zu den Mennoniten gehören, weist er von sich: „Das ist aus den Fingern gesogen.“ Weder die Christliche Gemeinde Heinebach noch die Schule hätte mit dieser Art von evangelischer Freikirche zu tun. „Wir gehören keiner Konfession an“, sagt Löwen. Seine Glaubenausrichtung habe Gemeinsamkeiten mit den Chrischonagemeinden und der Freien Evangelischen Gemeinde Rotenburg.

„Die Schule in eine Schublade zu stecken, würde der Sache nicht gerecht“, sagt Schulleiter Tim Treis. Er selbst bezeichnet sich als frei-evangelisch. Darunter versteht er, nach dem Grundsatz der Bergpredigt zu leben. „Darin steht, man soll Gott und seinen Nächsten lieben“, sagt Treis.

Wollen sich nicht abschotten

Löwen hat als Russlanddeutscher oft mit Vorurteilen zu kämpfen. „Wir wollen uns mit der Schule nicht ausgrenzen“, sagt er. Zurzeit sind an der Martin-Luther-Schule ausschließlich Kinder mit russlanddeutschen Wurzeln angemeldet. So sei es aber nicht geplant gewesen.

Andreas Löwen

„Es war für viele Eltern schwierig, ihre Kinder auf einer Schule anzumelden, die es offiziell noch nicht gab“, sagt Treis. Deshalb ist es für ihn nicht verwunderlich, dass die jetzigen Schüler alle aus dem Kreis der Christlichen Gemeinde Heinebach kommen und russlanddeutsche Wurzeln haben. „Ihre Eltern hatten schon einen persönlichen Bezug zu uns“, sagt Treis. Er hofft, dass im kommenden Schuljahr auch andere ihre Kinder an der Schule anmelden.

Die Schüler der Bekenntnisschule sollen neben Deutsch, Mathe und Sport christliche Werte kennenlernen. Vor dem Unterricht gibt es deshalb eine kurze Andacht.

Trotzdem stellt Treis klar: „Wir haben es hier mit einer Schule und nicht mit einer theologischen Anstalt zu tun.“ (vko)

Quelle: HNA

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