Rotenburger Wildgehege soll durch neue Nutzung attraktiver werden

Rotenburg. Die Entscheidung der Stadtverordneten hat für reichlich Diskussionen gesorgt: Die Stadt Rotenburg ersetzt ihr Wildgehege durch ein Tiergehege mit Streichelzoo. Dafür muss ein Teil der Wildtiere geschossen werden. Nun verteidigen die Stadt und der künftige Betreiber die neue Nutzung.

„Uns geht es vor allem darum, dass das Gelände attraktiver wird“, sagt Bürgermeister Christian Grunwald (CDU). Er erhofft sich von dem neuen Konzept, dass das weitläufige Gelände im Heienbach zu einem interessanten Naherholungsgebiet für Familien wird, inklusive einem neuen Barfußpfad am Herz- und Kreislaufzentrum (HKZ) und der Eislaufbahn im Winter. „Die Fläche bietet jede Menge Möglichkeiten, man muss sie nur nutzen.“ Dass die Stadt durch die langfristige Verpachtung an den Landwirt Lars Klöpfel zugleich Geld spart, sei zweitrangig, sagt Grunwald.

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Klöpfel will auf dem Areal gefährdete heimische Haustiere unterbringen. Unter anderem will er Leineschafe auf dem Gelände weiden lassen. Sie stehen auf der roten Liste. Auch Rinder und andere Haustierarten würden einen Platz finden. Mehr will er derzeit aber noch nicht verraten. Klar sei aber, dass nicht alle Wildtiere für das neue Gehege weichen müssen. Im Gegenteil: Die zwölf Wildschweine dürfen bleiben, ebenso einige der aktuell 15 Ziegen. Auch ein Teil des Damwilds werde einen Platz im neuen Tiergehege finden. Derzeit leben etwa 22 Stück im Wildgehege, darunter auch zwei schwarze Tiere, was eine Seltenheit ist. Wie viele Tiere Klöpfel behält, steht noch nicht fest.

Der Zugang zu den Tieren wird kostenlos sein. So ist es vertraglich festgelegt. Außerdem verspricht Klöpfel, dass die Besucher deutlich näher an die Tiere herankommen als bisher am alten Wildgehege: „Im Streichelzoo wird es keine Trennung von den Tieren geben.“

Fotos: Leben im Rotenburger Wildgehege

Leben im Rotenburger Wildgehege

Definitiv weichen müssen die elf Stück Rotwild. Sie werden sehr wahrscheinlich geschossen. Sie einfach freizulassen, sei nicht erlaubt, sagt der zuständige Jäger Stephan Heckeroth. Denkbar sei grundsätzlich zwar, dass ein anderer Wildpark sie übernimmt. Doch abgesehen von fehlender Nachfrage gebe es viele rechtliche Schranken, erklärt Heckeroth. Die Hirsche etwa dürften nicht versetzt werden. Außerdem seien Narkose und Transport mit hohen Kosten verbunden.

Von Marcus Janz

Quelle: HNA

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