Neumayer Tekfor in Rotenburg: Nach Krise wieder in ruhigem Fahrwasser

Es geht um Präzision: Mitarbeiter Alpay Demirbas arbeitet an Triebwellen für VW in Baunatal. Foto: Schäfer-Marg

Rotenburg. Zu ihren Kunden gehören die ganz Großen der Autobranche: VW, BMW, Audi. Die Neumayer Tekfor Gmbh in Rotenburg, die seit 2013 zur indischen Amtek-Gruppe gehört und von alten Rotenburgern noch immer RMW genannt wird, feiert am Samstag, 3. September, ihr 80-jähriges Bestehen. Dazu wird ein Tag der offenen Tür angeboten.

Gerade in jüngerer Vergangenheit ging es turbulent zu in dem Zulieferbetrieb, der von dem 43-jährigen Reinhold Zach geleitet wird. 2012 war auch für das Rotenburger Werk der Neumayer Tekfor Gruppe ein Schutzschirmverfahren eröffnet worden, in dessen Verlauf 20 Mitarbeiter gehen mussten. „Wir waren öffentlich schon totgesagt, aber wir sind wieder gut unterwegs“, erklärt Zach. Es werde konstant im Bereich schwarzer Zahlen produziert.

265 Mitarbeiter und 25 Auszubildende sind aktuell bei Neumayer Tekfor in Rotenburg beschäftigt. Die Leiharbeiterquote liegt laut Zach bei unter zehn Prozent. Ausgebildet werden Industriekaufleute, Produktdesigner, Industriemechaniker, Maschinenanlagenführer, Materialprüfer. Die Ausbildung von Mechatronikern wird eventuell auf Elektroniker umgestellt.

Der Umsatz soll in diesem Jahr bei 50 Millionen Euro liegen. Außerdem wird kräftig in neue Maschinen investiert. 99 Prozent der Produktion geht in die Automobilindustrie, eins an die Firma Hilti - für den berühmten Bohrhammer.

Zu den gängigsten Produkten, die in Rotenburg hergestellt werden, gehören Getriebewellen: Etwa 10.000 Stück werden täglich allein für VW produziert. Für hochpreisige Autos, etwa von Bentley, Porsche oder BMW produzieren die Mitarbeiter Wank-Stabilisatoren, die dafür sorgen, dass das Auto in jeder Kurve seine Lage beibehält. Das ist natürlich keine Massenware. Etwa 40.000 Stück werden jährlich in Rotenburg produziert. Bei der Feier zum 80-jährigen Bestehen können die Besucher sich Luxusgefährte ansehen, die damit ausgestattet sind.

Dass das Unternehmen am Markt gut positioniert ist, führt der Werksleiter auch auf die langjährige Erfahrung bei der Kaltumformung und der zerspanenden Bearbeitung der Metallteile zurück. „Dieses Knowhow haben nur wenige.“ Bei der Produktion komme es besonders auf Präzision an. Bei der Fertigung geht es um einen Toleranzbereich von Tausendsteln - zum Beispiel, wenn Teile für Bremsanlagen hergestellt werden.

Die positive Entwicklung verbindet Zach auch mit dem jungen zehnköpfigen Management-Team, das eine gemeinsame Grundhaltung vertrete.

Von Silke Schäfer-Marg

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Quelle: HNA

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