Neumayer Tekfor steckt in Schwierigkeiten

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Neumayer Tekfor steckt in Schwierigkeiten

Rotenburg. Neumayer Tekfor ist in eine wirtschaftliche Schieflage geraten. Der Automobilzulieferer, der im Werk Rotenburg 320 Menschen beschäftigt, hat beim Amtsgericht Offenburg ein Schutzschirmverfahren für die Holdinggesellschaft beantragt.

Die Belegschaft ist nach Angaben von Pressesprecher Thomas Schulz am Freitagnachmittag informiert worden. Ein Schutzschirmverfahren gilt als Insolvenz in Eigenverwaltung und ist erst seit März möglich. Es dauert bis zu drei Monate, in denen die Firma unter den Schutz des Insolvenzrechts gestellt wird, ohne tatsächlich abgewickelt zu werden: Gläubiger können ihre Forderungen nicht direkt vollstrecken, und Entlassungen sind leichter möglich.

Zugleich muss ein Sanierungskonzept entwickelt werden. Konkrete Aussagen, besonders zur Zukunft der Arbeitsplätze in Rotenburg, machte Pressesprecher Schulz gestern nicht. Die Eröffnung des Verfahrens sei noch zu frisch, man beginne jetzt mit der Arbeit. Bis Redaktionsschuluss war von der Rotenburger Werksleitung keine Stellungnahme erhältlich.

Bei Neumayer Tekfor in Rotenburg arbeiten die Beschäftigten, darunter 47 Auszubildende, im Drei-Schicht-Betrieb. Der Jahresumsatz des Werks liegt bei etwa 40 Millionen Euro. Im Werk werden vor allem Getriebeteile für die Automobilindustrie sowie Teile für Chassis, Fahrwerk und Motor hergestellt. Zu Großkunden des Unternehmens gehören VW, BMW und Daimler.

Wegen Absatzschwankungen bei Autos und Nutzfahrzeugen hätten bereits einige Hersteller und andere Zulieferer ihre Produktion gedrosselt und Kurzarbeit eingeführt. Die Märkte in Südeuropa und Südamerika seien eingebrochen und würden sich auf absehbare Zeit nicht erholen, sagte Schulz. Die Werke in Italien, Brasilien, den USA und Mexiko arbeiten wie bisher. Sie seien auch über den Jahreswechsel hin durchfinanziert.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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