Neujahrsempfang in Bebra: Bürgermeister im Blitzlichtgewitter

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Großes Interesse: Im Stehen verfolgten viele Gästen die kurzweiligen Reden, darunter auch die Landtagsabgeordneten Helmut Heiderich und Lena Arnold sowie Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke. In der ersten Reihe saßen neben Ehrenstadtrat Hans Horn und dem ersten Beigeordneten Albert Fernau auch Groß’ Nachfolger Uwe Hassl und seine Frau. Hassl hielt sich aber (noch) im Hintergrund.

Bebra. Er ist für seine lockeren Sprüche bekannt, Bürgermeister Horst Groß, der seinen letzten Neujahrsempfang nach 18 Jahren im Amt am Montagabend über die Bühne brachte. Doch im Blitzlichtgewitter schien selbst er ein wenig irritiert.

Fünf Fotografen und ein Videofilmer standen bereit, jede Regung des Bürgermeisters einzufangen - fast wie bei Angela Merkel zur Bundespressekonferenz.

200 Stühle waren gestellt und alle besetzt. Der Schulleiter der Beruflichen Schulen und Hausherr der dazugehörigen schönen Aula, Wolfgang Haas, schätzte die Zahl der Gäste auf 500. Hinter den Reihen standen die Menschen gedrängt - soviel Zuspruch beim Neujahrsempfang in der Aula gab es noch nie.

Und so waren auch die Schnittchen der Firma Hieronymus vom Büfett schnell abgeräumt. Bei Bengül Ölcek und Berna Haddad von McDonalds gab es danach leckeren Kuchen und Kaffee. Traditionell unterstützen Sponsoren den Neujahrsempfang, wobei die Bierbrauer mit Eschweger, Licher und Radeberger besonders gut vertreten sind...

Horst Groß blickte zurück auf sein letztes Amtsjahr, er dankte aus tiefstem Herzen und lobte, denn: Alles ist „nicht das Werk eines einzigen“. Eine Würdigung würde zu lange dauern, befand Stadtverordnetenvorsteher Herbert Börner und beschränkte sich auf Stichworte, die von Knaresborough, der englischen Partnerstadt, bis hin zur Bahn AG (mehrfach erwähnt) eine breite Palette abdeckte. „Horst Groß hat seine Sache nicht schlecht gemacht“, stellte Börner fest.

Mehr Euphorie erlaubte sich Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt: „Groß hat Großes und Entscheidendes vorangebracht, was Anerkennung und Respekt verdient.“ Passend zur Farbgestaltung der Aula überreichte Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke ein Fläschchen für Groß’ Frau Brigitte, verbunden mit dem launigen Hinweis, wenn ein Gaul 18 Jahre in der Spur gelaufen sei, müsse man aufpassen, wo er dann hinrennt.

Der Gaul freute sich über die große Schar der Gäste, besonders über die Abordnung aus Friedrichroda/Thüringen und Friedrich Ernst v. Garnier, der in der Fachwelt bekannte Künstler Farbphilosoph und Gestalter der Rathausfassade.

Nicht die Welt retten

Schluss mit der Heuchelei“, forderte Horst Groß und kündigte an, Tacheles zu reden. Keiner wolle Bebras Geschichte mit der Abrissbirne zusammenkloppen. Doch es gebe kein realistisches Konzept zur Finanzierung der großartigen Pläne bezüglich der historischen Bahngebäude (Inselgebäude, Lokschuppen II, Schornstein und Kesselhaus) ohne Beteiligung der Stadt, die sich weitere Belastungen nicht leisten könne.

Groß betonte wiederholt - ebenso wie auch Stadtverordnetenvorsteher Herbert Börner, die Verantwortung der Bahn AG, die Lokschuppen und Drehscheibe habe verkommen lassen. Bebra könne nicht die Innenstadt sanieren, ein Einkaufzentrum bauen und all das ins Reine bringen, „was andere versaubeutelt haben. Und dann vielleicht noch die Welt retten.“

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Fotos: Neujahrsempfang Bebra

Neujahrsempfang in Bebra

Quelle: HNA

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