Neues Conti-Logistikzentrum spart jährlich 180.000 Kilometer an Lkw-Fahrten

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Viel Platz: Die Werksleiter Wilhelm Bock (links) und Sven Ott stehen zwischen zwei der zehn Meter hohen Regalreihen, in denen Material für die Produktion zwischengelagert wird. Auf der anderen Seite der Halle wird Verpackungsmaterial der Kunden gelagert.

Bebra. Der weltweit tätige Automobilzulieferer Continental hat in sein Werk in Bebra investiert. Auf dem Gelände steht nun eine 10.000 Quadratmeter große Logistikhalle, die dem Umschlag von Material und Komponenten dient.

„Mit dem Neubau setzen wir ein klares Zeichen für die Zukunft des Standortes“, sagt Wilhelm Bock, der Leiter des Continental-Werks Bebra-Mühlhausen, über das neue Logistikzentrum. Für den 200 Meter langen Bau am Rande der Fuldaaue hat der Automobilzulieferer etwa sechs Millionen Euro investiert.

Die Investition hat gleich mehrere Vorteile, nicht nur für Conti, sondern auch für die Umwelt: „Wir verbessern nachweislich unsere CO2-Bilanz und senken zugleich unsere Kosten“, erklärt Bocks Kollege in der Werksleitung, Sven Ott. Denn bisher hatte Conti drei Lager in der Region: Das ehemalige Möbellager Daube in Bebra sowie Hallen in Eschwege und Baunatal.

Allein innerhalb von Bebra pendelten Lastwagen stündlich hin und her. Nach Baunatal ging es zwei bis drei Mal am Tag. Weil all diese Fahrten nun wegfallen, können durch die neue Halle jedes Jahr etwa 180 000 Kilometer an Lastwagenfahrten eingespart werden, rechnet Bock vor.

Über das Logistikzentrum, in dem zehn Meter hohe Regale Reihe an Reihe stehen, werden alle ein- und ausgehenden Lieferungen abgewickelt. Auch wenn es so aussieht, ist es doch kein richtiges Lager, denn angelieferte Materialien werden schon nach kurzer Zeit in der Produktion benötigt. Und die 30 Millionen Komponenten, die jedes Jahr in Bebra gefertigt werden, liegen nicht etwa im Regal, sondern werden unmittelbar verschickt, sagt Ott.

Kunden in aller Welt

Anlieferung an bis zu sieben Rampen: An der Stirnseite des neuen Logistikzentrums docken die Lastwagen an. Der große Zylinder rechts daneben fasst das Löschwasser für die Sprinkleranlage.

Die Empfänger sitzen in aller Welt, wobei der Schwerpunkt auf Europa liegt. Damit die Kunden rechtzeitig ihre Ware erhalten, muss die Kette vom Lieferanten über die Fertigung bis zur Auslieferung reibungslos funktionieren. „Lieferfähigkeit und Termintreue sind für uns oberstes Gebot“, sagt Bock. Da sei es von Vorteil, dass es nur noch ein Logistikzentrum gibt, nicht mehr drei verteilte Lager. Der Verwaltungsaufwand sinkt.

Aber es gibt auch Vorteile für die Produktqualität. In der neuen Halle herrschen selbst ohne Klimatisierung konstant zwölf bis 15 Grad. Das beugt der Bildung von Feuchtigkeit vor, und die Hightech-Komponenten für Motoren und Getriebe sind ohne Transport zwischen Werk und Lager auch weniger Temperaturschwankungen ausgesetzt.

Dank der direkten Verbindung zwischen Logistikzentrum und Fertigung sinkt auch die Gefahr, dass Teile oder Verpackungen, die ebenfalls in der neuen Halle gelagert werden, verschmutzt werden. „Sauberkeit ist oberstes Gebot“, sagen Bock und Ott. Schließlich ist das Bebraer Werk mit seinen 1000 Mitarbeitern ein weltweites Kompetenzzentrum von Continental. Diesem Anspruch muss man gerecht werden.

Von Marcus Janz 

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Quelle: HNA

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