Renaturiert werden die Iba in Höhe Friedrichshütte und die Ulfe in Weiterode

Neues Bett für den Bach

Hier soll die Iba künftig fließen: Heinrich Wacker zeigt an der Landesstraße vor der Friedrichshütte Richtung Iba, wo sich der Iba-Bach künftig im neuen Bett entlangschlängeln soll. Zurzeit fließt er schnurgerade direkt an der Straße entlang. Foto:  Schankweiler-Ziermann

Weiterode/Iba. Natürlicher werden künftig die Ulfe in Weiterode und die Iba an einigen Stellen fließen: Die Bauarbeiten zur Renaturierung haben diese Woche begonnen und laufen überwiegend im November.

Südlich der Friedrichshütte zwischen dem Silzerbach und dem Wanderparkplatz wird die Iba künftig nicht mehr schnurstracks entlang der Straße fließen, sondern sich in einem neuen Bett in kleinen Bögen durch die dortige Wiese schlängeln. Der Bach wird auf 300 Metern über Steine fließen, eine kleine Insel bilden. Dadurch soll sich die Iba bei Starkregen zurückstauen und langsamer Richtung Ulfe und Weiterode abfließen. 10- bis 20 000 Kubikmeter Wasser können künftig hier kurzfristig zurückgehalten werden.

Dem Bach wird nach Angaben von Heinrich Wacker vom Büro für Landschaftsplanung und Gewässerrenaturierung nur die grobe Linienführung vorgegeben, die Ausgestaltung bleibt der Natur überlassen. Die Bäume vor Ort werden umgesetzt, vorhandenes Totholz und Steine eingebaut, sodass sich ein vielfältiges Bild ergibt. Der alte Bachlauf an der Straße wird teils verfüllt und bleibt teils als Feuchtbiotop und Durchfluss bei Extremhochwasser erhalten.

In Weiterode wird die Ulfe an zwei Stellen renaturiert. In der Ortslage zwischen Wengberg- und Mittelstraße wird der Fußweg um 50 Zentimeter schmaler und der Bach dafür breiter, teilweise, etwa unter der Brücke Mittelstraße, soll die Betonsohle der Ulfe durch Kies ersetzt werden.

Die zweite Stelle in Weiterode: An der Ulfe/An der Bleiche im Bereich der abknickenden Ulfe wird diese ebenfalls aufgeweitet, eine Mittelinsel wird hergestellt.

Alle drei Vorhaben sollen vor Weihnachten erledigt sein, erklärten Heinrich Wacker und Manfred Klöpfel vom Bebraer Bauamt. Die Maßnahmen sind ein Ausgleich für den Bau der 380-kV-Leitung im Ibatal schon in den 90er-Jahren. Die Kosten von etwa 500 000 Euro trägt die Tennet, der heutige Stromnetzbetreiber. Beauftragt ist die Firma Beisheim aus Bebra.

Die Forelle kann hochsteigen

Bei Ulfe und Iba handelt es sich um typische Mittelgebirgsbäche, erklärt Wacker. Ziel der Renaturierung ist es, dass die Forelle wieder von der Fulda über die Ulfe bis in die Iba hochsteigen kann, wo ihr natürliches Laichgebiet liegt. Auch Fische wie die Mühlkoppe und die Bachschmerle werden sich hier wieder wohl fühlen. „Hier wird es Libellen geben, Schmetterlinge, Wasserinsekten und -organismen“, sagt Heinrich Wacker.

„Endlich sind wir so weit, dass wir anfangen können“, freut sich auch Bürgermeister Horst Groß. Mit der Renaturierung gehe eine Hochwasserentlastung für Weiterode einher. Schon im April 2008 hatte eine Bürgerversammlung zur geplanten Renaturierung der beiden Bäche im Hotel Sonnenblick stattgefunden.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Quelle: HNA

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