Grüne und BUND widersprechen „Stadtwald-Rettern“ – Vorwurf der Scheinheiligkeit

Neuer Zoff um Wehneberg

So könnten die geplanten bis zu 200 Meter hohen Windkraftanlagen auf dem Wehneberg aussehen. Die Montage stammt von Harry Gressmann, dem Sohn des BI-Sprechers Markus Gressmann, und soll abschreckend wirken. Fotomontage: H. Gressmann

Bad Hersfeld. Zwischen Befürwortern und Gegnern von Windkraftanlagen auf dem Wehneberg gibt es trotz des Mediationsverfahrens neue Unstimmigkeiten. Vertreter der Grünen und des BUND werfen der Bürgerinitiative (BI) „Rettet den Stadtwald“ Scheinheiligkeit vor.

Zudem widersprechen sie der Darstellung, dass der von der BI im Vermittlungsverfahren vorgelegte Alternativ-Vorschlag „von fast allen Beteiligten sehr positiv aufgenommen wurde.

„Das war absolut nicht unser Eindruck“ erklärt Friedrich von Baumbach von den Grünen in einer gemeinsamen Pressemitteilung. „Zu der Idee der Bürgerbeteiligung gab es zwar Zustimmung, die konkreten Inhalte wurden dagegen eher skeptisch beurteilt.“ Nach Auffassung von BUND und Grünen ist der Alternativ-Vorschlag der BI „ein durchsichtiger Versuch, die Windkraftanlagen auf dem Wehneberg kompromisslos zu verhindern“.

Die Vorschläge der Bürgerinitiative stellten in keiner Weise eine Alternative zu den geplanten Windkraftanlagen dar. „Die meisten vorgeschlagenen Maßnahmen, wie Energieeffizienz, Energieeinsparung, dezentrale Blockheizkraftwerke und Solarenergienutzung, sind längst fester Bestandteil der Bemühungen der Stadt und ihres Klimaschutzbeauftragten Guido Spohr,“ sagt Jörg Bennedik, Sprecher des BUND.

Naturpark ist keine Lösung

Wenig Realitätssinn zeige die BI mit ihren Vorschlag, am Wehneberg einen Naturpark einzurichten, um dadurch die Windkraftnutzung auszuschließen. Mehr als die Hälfte der hessischen Landfläche bestehe aus Naturparks. Der Status als Naturpark sei weder ein Ausschlusskriterium für Autobahnen noch für Windkraftanlagen.

Der Sprecher der Grünen in Bad Hersfeld, Jörg Althoff, hat sogar dann konsequenterweise den Wehneberg als Naturschutzgebiet ohne forstliche Nutzung vorgeschlagen. „Wenn schon die jährlichen Pachteinnahmen für den angespannten städtischen Haushalt in Höhe von etwa 240 000 Euro aus dem Betrieb der Windräder für die Sprecher der BI unerheblich sind, kann die Stadt auch auf die Holzgeldeinnahme aus der forstlichen Nutzung verzichten“, meint Althoff ironisch.

Der Vorschlag der Bürgerinitiative, „die von ihnen mit aller Macht bekämpften Windkraftanlagen auf alternative Standorte zu verlagern, ist erstaunlich“, erklärt Althoff, „was zeigt, dass hier offenbar doch das Sankt-Florians-Prinzip vorherrscht“. (red/kai)

Quelle: HNA

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