Neuer Schwank der Oberellenbacher Bühne strapazierte die Lachmuskeln

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Diensteifrig: Klaus Scharpenack brillierte in der Rolle des Wurmser in der Komödie „Wochenende im Paradies“ in Oberellenbach. Sein Spiel und das seiner Kollegen wurde von den Zuschauern mit viel Beifall belohnt.

Oberellenbach. Theater in Oberellenbach - das ist Lachen, bis die Tränen fließen. Auch diesmal war das nicht anders in der viel umjubelten Vorstellung von „Wochenende im Paradies".

Fast drei Stunden lang erlebten die Besucher im voll besetzten Jugend- und Freizeitheim ein Feuerwerk der guten Laune, das die Lachmuskeln kräftig strapazierte.

Dafür sorgten die Schauspieler des Theatervereins Oberellenbacher Bühne, die das mit Pointen gespickte Stück in drei Akten aufführten. Regie führte Gunther Büsching. Die Gesamtleitung hatte Elke Büsching. Vor und hinter der Bühne wirkten viele Helfer mit.

Keine Beförderung

In dem Schwank ging es um die Doppelmoral in den Goldenen Zwanzigerjahren des vorigen Jahrhunderts. In einem Ministerium in Berlin und im Hotel zum Paradies am Schnakensee spielte sich die Geschichte ab. Der Ausgangspunkt war ein Amtszimmer. Regierungsrat Wurmser (Klaus Scharpenack) wird vermisst. Das löst Unverständnis bei den Mitarbeitern aus, weil er doch sonst immer der Erste an seinem bescheidenen Arbeitsplatz ist und als Letzter geht. Diesmal ist es anders. Wurmser hatte einen über den Durst getrunken. Aus Frust, weil er tags zuvor nicht befördert wurde.

Das war der Auslöser für sein Zuspätkommen und die Erinnerungslücken. Der Regierungsrat macht den Buckel krumm, während andere über ihn hinwegsteigen. Beziehungen zählen mehr als gewissenhafte Arbeit. Befördert werden andere, wie Oberregierungsrat von Giersdorf (Dirk Brand), ein Günstling mit besten Beziehungen. Der liebt die Frauen mehr als seine Arbeit - ebenso wie sein Vorgesetzter, der Ministerialrat Breitenbach (Mario Schneider). Dann gibt es noch den flotten Assessor Winkler (Lutz Wildenhayn), der für die junge Sekretärin Lore (Anna Führer) schwärmt, was ihr gar nicht so unangenehm ist.

Wurmser hat noch mit den Auswirkungen seiner Zechtour und den Erinnerungslücken zu kämpfen, als plötzlich die unbekannte, attraktive Tänzerin Tutti (Bianca Kaschel) in sein Büro und sein Leben tritt. Zugleich rüsten sich die Kollegen fürs Wochenende am Schnakensee. Ein lauschiges Plätzchen für nicht verheiratete Pärchen. Über die Sittenlosigkeit im dortigen Hotel „Zum Paradies“ empört sich nicht nur die Abgeordnete Lüder-Eutermoser (Bärbel Marth). Auch die Hotelnachbarin Badrian (Ilona Heußner) beschwert sich.

Initiative zeigen

Als der Regierungsrat davon hört, wittert er seine Chance. Nur wer Initiative zeigt - so hat man ihn wissen lassen - der wird befördert. Er macht sich auf den Weg ins Hotel. Nicht ahnend, in was er da hineingerät. Mit dem ewig müden Kriminalwachtmeister Seidel (Walter Kirchner) geht er im Paradies schließlich auf Entdeckungsjagd mit überraschenden Erkenntnissen und einer kaum noch zu überbietenden Beförderungswelle am Ende der Komödie. Weitere Mitwirkende waren Wurmsers Frau Hedwig (Heike Schmauch), das Fräulein Löffler (Nadine Sondermann) als diskrete Empfangsdame im Hotel und der Herr von Schwind (Kurt Ludwig) als undurchsichtiger Gast auf der Suche nach erotischen Abenteuern.

Von Herbert Vöckel 

Darüber lachten die Zuschauer

„So nehmen Sie doch Vernunft an.“ „Nein, ich bin Beamter. Ich nehme nichts an, noch nicht einmal Vernunft."

Zur überraschenden Geburt eines Kindes: „Von wegen Wanderniere, ein Wanderbursche war’s.“

Feingefühl: „Ich nenne sie den großen weißen Vogel, hört sich doch besser an als dumme Gans.“

Frustbewältigung mit Alkohol: „Im Umweg über die Nieren habe ich das Problem gelöst, das mir über die Leber gelaufen ist.“

Quelle: HNA

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