Kreisheimatmuseum in Rotenburg stellt ab 17. März Künstler der Kasseler Akademie aus

Auf zu neuer Sachlichkeit

Nordhessische Malereikunst: Im Kreisheimatmuseum beginnt in Kürze eine neue Ausstellung. Von links Kunstsammler Frank Möller, Jürgen Dietrich von der Sparkasse, Museumsleiterin Lisa Heckeroth und Franz Mansky mit verschiedenen Bildern. Foto: Meyer

Rotenburg. Ihre Werke wurden von den Nazis verboten, andere fielen den Kriegsbomben zum Opfer – aber viele überstanden das Dritte Reich und tauchten nach dem Krieg wieder auf.

Das Kreisheimatmuseum in Rotenburg wird ab Sonntag, 17. März, Bilder von Künstlern zeigen, die in den 20er- und 30er-Jahren an der Kasseler Kunstakademie als Schüler oder Lehrer tätig waren.

Zumindest bilden die Bilder jener Künstler, auch „verschollene Generation“ genannt, den Schwerpunkt der Ausstellung. Der Kasseler Tischler und Möbel-Restaurator Frank Möller und ein weiterer Kasseler Sammler leihen dem Museum dafür Teile ihrer Sammlung.

Keimzelle der documenta

Die Kunstakademie in Kassel gilt als Keimzelle der documenta. Rund um den Maler und späteren documenta-Mitbegründer Arnold Bode versammelten sich hier wichtige Künstler. „Sie haben auf dem künstlerischen Höhepunkt ihrer Zeit gemalt“, schwärmt Frank Möller. Obwohl die Ausstellungsplakate mit „nordhessischer Malereikunst“ werben: Der Heimatbezug spielt auf den Bildern meist keine große Rolle, auch wenn Landschaftsbilder aus der Fuldaaue oder dem Park Wilhelmshöhe dabei sind.

„Es geht um die Kunstrichtungen der 20er-Jahre“, erklärt Möller. „Neue Sachlichkeit“ ist das Stichwort. Ein Bild von Kay Heinrich Nebel, entstanden um 1925, ist ein Beispiel für den recht emotionslosen und kühlen Umgang mit dem Motiv. Es zeigt einen Bauern mit zwei Pferden vor einem verwaschenen Hintergrund und einen großen Baum mit filigranen Ästen.

Insgesamt umfasst die Ausstellung Bilder aus der Zeit von etwa 1810 bis 1960. Namhafte Künstler wie Paul Baum, Kurt Witte und Emil Neumann sind vertreten. Die Motive reichen von Landschaften über Stillleben bis zu Porträts. Ölbilder sind genauso dabei wie Aquarelle, Tuschezeichnungen oder Drucke.

Bilder sonst nicht zu sehen

Der Rotenburger Franz Mansky hat den Kontakt zu Frank Möller hergestellt. Museumsleiterin Lisa Heckeroth freut sich über die ungewöhnliche Ausstellung. „Das ist etwas Besonderes. Man kann die Bilder ja sonst nicht sehen.“ Sie erhofft sich daher auch Besucher von außerhalb. Unterstützt wird die Ausstellung von der Sparkasse. Der ganze Titel lautet: „Die Künstler der Kasseler Akademie - Arnold Bode und Kollegen - Nordhessische Malereikunst 1810 bis 1960“.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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