Die Braacher Kirche wird Abschnitt für Abschnitt erneuert – Finanzierung steht

Neuer Glanz für alte Orgel

Peter Kozeluh hat mit seinen Mitarbeitern von der Orgelwerkstatt Rotenburg die 1787 erstmals aufgestellte Orgel demontiert - hier werden von ihm ausgebaute Metallpfeifen an Pfarrer Friedrich Berger weitergegeben. Links Pfarrerin Christine Berger. Fotos: Vöckel

BRAACH. In der Dorfkirche von Braach wird die denkmalgeschützte Orgel abgebaut. Das historische Musikinstrument muss restauriert werden. Die Finanzierung im Umfang von 110 000 Euro ist gesichert. Dafür haben die Braacher Bürger, Vereine und Initiativen gesorgt.

Sie brachten durch vielfältige Aktionen in mehreren Jahren einen beeindruckenden Spendenbetrag zusammen: 55 000 Euro. Diese Summe wurde in gleicher Höhe aus dem Orgelerhaltungsfonds verdoppelt. „Damit sind aller Voraussicht nach die Kosten für die Orgelerneuerung abgedeckt“, sagte Pfarrer Friedrich Berger bei einem Besuch in der Braacher Kirche, in der Peter Kozeluh mit seinen Mitarbeitern von der Orgelwerkstatt Rotenburg die 1787 erstmals aufgestellte Orgel demontierte.

In Einzelteile zerlegt

Abgebaut wurden die Verkleidung und die Tastatur sowie der gesamte Innenbereich mit den großen Holzpfeifen und den kleineren Metallpfeifen. Das historische Musikinstrument wird nun, in seine Einzelteile zerlegt, in der Orgelwerkstatt Rotenburg eingelagert. Der Restaurierungsplan sieht die Aufarbeitung im nächsten Jahr und den Wiederaufbau in der Kirche vor dem Ortsjubiläum 2015 vor.

Dachstuhl ausbessern

Für die geplante Restaurierung der Orgel wurde deren bauliches Umfeld in der Dorfkirche untersucht. Das Ergebnis dieser Kontrolle der Bausubstanz: Der Dachstuhl ist sanierungsbedürftig. Das Gebälk muss nicht komplett erneuert werden, doch morsche und marode Balken und Holzteile sind auszuwechseln.

Diese Erkenntnis hatte bereits Folgen. Der große Mittelbalken im Kirchenraum wurde durch zwei große Stützen abgesichert und die Kirche für den Gottesdienst und andere Veranstaltungen gesperrt. Die Erneuerung des Dachstuhls soll zeitnah vorgenommen werden. Nach der bereits abgeschlossenen Sanierung von Turm und Glockenstuhl wird das der zweite Bauabschnitt sein. Die errechneten Kosten: 221 000 Euro.

Geld für Finanzierung

Die Finanzierung ist gesichert, berichtet das Pfarrerehepaar Christine und Friedrich Berger. Die Arbeiten zur Erneuerung des Dachstuhls sollen im August beginnen und im November abgeschlossen sein. Diese Sanierung zieht aber ein weiteres Bauprojekt in der Dorfkirche nach sich: Die Erneuerung des Innenraums. Diese Renovierung ist 2014 vorgesehen. Die zu erwartenden Kosten: 189 000 Euro. Diese Finanzierung ist noch nicht gesichert.

Es gibt aber eine gute Nachricht: Für die Renovierung wurde Braach in die Projektliste der förderungswürdigen Gemeinden des Kirchenerhaltungsfonds der Evangelischen Kirche von Kurhessen und Waldeck aufgenommen. Damit ist nicht automatische eine Förderzusage verbunden. Diese Aufnahme ist vielmehr an Bedingungen nach dem Motto Hilfe zur Selbsthilfe verknüpft.

Das bedeutet: Die Kirchengemeinde Braach muss Spenden in einer Höhe von 25 000 Euro in einem überschaubaren Zeitraum aufbringen, die dann wieder verdoppelt werden. Vorgegeben ist der 15. November als Schlusstermin. Pfarrer Friedrich Berger ist zuversichtlich, dass dies beim Gemeindefest am 1. September und vielen anderen Aktionen gelingt, die noch geplant werden müssen.

Von Herbert Vöckel

Quelle: HNA

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