Geschichte vor der Haustür - Neuer Band „Rund um den Alheimer"

Das neue Gebäude der Bahnhofsmission Bebra wurde im Juli 1968 eingeweiht: Das Foto zeigt von links Frau Becker, Frau Griese, Frau Schmidt, Frau Hergert und Fräulein Schäfer. Fotos: nh

Rotenburg/Bebra. Jede Menge interessante Geschichte und Geschichten finden sich in dem neuen Band „Rund um den Alheimer“, den der Geschichtsverein Altkreis Rotenburg vor kurzem herausgegeben hat. Es ist bereits der 36. Band der Reihe zur Lokalgeschichte.

Die neueste Ausgabe will die Leser wieder teilhaben lassen an einem abwechslungsreichen Streifzug durch die Geschichte der Region, berichtet Andreas Rehs.

Weit zurück in die Vergangenheit von Oberellenbach schaut beispielsweise Wilfried Klode. Er hat einen bisher unbekannten Quellenfund aus dem Staatsarchiv in Marburg ausgewertet. Klode stieß in den Archivalien des Klosters Haydau auf ein kleines Büchlein aus dem Jahr 1422. Aufwändig war es, den im mittelalterlichen Latein versehenen Text zu übersetzen. Das Büchlein gibt Aufschluss über die Abgaben der Bauern an das Kloster Haydau für die Bewirtschaftung der klostereigenen Ländereien in Oberellenbach.

Zum einhundertsten Mal jährt sich der Erste Weltkrieg 1914-1918. Die umfangreichen Veränderungen die am Bebraer Bahnhof damals stattfanden, sind Thema von Peter Kehm. Der neue Stadtarchivar von Bebra beleuchtet, wie die zentrale Lage, Größe und Leistungsfähigkeit des Bahnhofes dazu führte, dass dieser sich auch militärisch zum Knotenpunkt entwickelte. Von 1945 bis 2010 war die Bahnhofsmission in Bebra ein fester Bestandteil des Bahnhofes. Die ehemalige Mitarbeiterin Karin Sonntag hat ihre Erlebnisse zu Papier gebracht.

Mit der Orts- und Flurnamenforschung zu Erdpenhausen hat sich eingehend Klaus-Peter Paulus auseinandergesetzt. Bei seiner Arbeit im kirchlichen Archiv der Stadt Rotenburg hat der Familienforscher Martin Ludwig regelmäßig mit der Auswertung von Kirchenbuchaufzeichnungen zu tun. Dabei stößt er oft auf besondere Eintragungen, die weit mehr als die üblichen Angaben zu den kirchlichen Amtshandlungen beinhalten. Diese Zusätze, die oft in spannende Geschichten, meist jedoch mit tragischem Hintergrund münden, hat er gesammelt und für viele Kirchspiele und Orte in unserer Region ausgewertet. So berichtet er über Krankheiten und Seuchen, Unglücksfälle, Bestattungen in Kirchen, uneheliche Geburten, häusliche Gewalt, Trennung und Mordfälle.

Reinhold Salzmann beschreibt die facettenreiche Entwicklung des Rotenburger Bahnhofsgebäudes. Den Leser erwartet eine reich bebilderte Zeitreise von 1916 bis zum heutigen Tag. Salzmann stellt Umbauprojekt, die Einführung der „Bahnsteigkarten“, die erste Gaststätte im Bahnhof oder die Einrichtung eines Luftschutzkellers dar. (red/dup)

Der Band ist beim Geschichtsverein Altkreis Rotenburg und in folgenden Geschäften für 8,50 Euro erhältlich: Rotenburg: Buchgalerie Berge und Kurhessen-Lädchen, Bebra: Hoehlsche Buchhandlung und Till am Anger, Breitenbach: Bäckerei Edeka Thiel, Sontra: Foto Moog, Heinebach: Elektro Waffenschmidt.

Quelle: HNA

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