Stadt Rotenburg will Förderschwerpunkt für Dorfentwicklung werden

Ja zum neuen Programm

Blick von der Heinz-Meise-Straße über die Stadt Richtung Studienzentrum, vorn Neumayer Tekfor, früher RMW.

Rotenburg. An diese Abkürzung wird man sich gewöhnen müssen: IKEK bedeutet integriertes kommunales Entwicklungskonzept und ist Vorbedingung für das neue hessische Dorfentwicklungsprogramm. Es löst das über Jahrzehnte durchaus erfolgreiche Dorferneuerungsprogramm ab und soll den neuen Entwicklungen in ländlichen Regionen wie zum Beispiel dem demographischen Wandel Rechnung tragen.

Im neuen Dorfentwicklungsprogramm werden Förderschwerpunkte gesetzt. In der Regel sind das alle Stadtteile einer Kommune, nicht mehr, wie bisher, einzelne Dörfer. Pro Landkreis und Jahr zahlt das Land nur einen Förderschwerpunkt.

Um Geld aus dem neuen Programm zu bekommen, müssen einige Vorleistungen erbracht werden. Die Rotenburger Stadtverordneten haben den ersten Schritt in ihrer Sitzung am Donnerstag gemacht: Sie haben einstimmig bei einer Enthaltung (Heiko Blankenbach, CDU) bekundet, dass sie ins Dorfentwicklungsprogramm aufgenommen werden wollen – inklusive Kernstadt. Frühestens 2017 kann sich die Stadt bewerben.

Dann könnte sie über zehn Jahre mindestens 750 000 Euro vom Land bekommen, um sich weiter zu entwickeln. Genau dafür braucht sie IKEK. Dieses Konzept berücksichtigt folgende Aspekte: • städtebauliche Entwicklung und Leerstand, • soziale Infrastruktur, • Bildung, • Verkehr, • Energie/ Klima/ Ressourcenschutz, • technische Infrastruktur, • Wirtschaft, • Tourismus, • Landschaft, • Kultur/Brauchtum, • Freizeit. • bürgerschaftliches Engagement,

Rotenburg habe bereits gute Vorarbeit geleistet, befand CDU-Sprecherin Dr. Edith Therese Rangkuty. Es gebe schon das vorgeschriebene Leitbild und eine Datenbank zur Leerstandserfassung und zum Flächenmanagement. Die CDU betrachte das Dorfentwicklungsprogramm als Chance, Projekte umzusetzen, die zukunftsgerichtet und ressourcenschonend sind und die Stadt noch umfassender auf die Herausforderungen des demografischen Wandels einstellen.

Je größer die Entfernung zur Kernstadt, desto mehr Leerstand sei zu verzeichnen, bedauerte Christiane Ringer (SPD). Sie erinnerte an Zeiten, in denen viele Baugebiete ausgewiesen wurden, ohne drohenden Leerstand wahrzunehmen. Das neue Programm ermögliche, viele Ideen für die überörtliche Entwicklung umzusetzen.

Lediglich der Ortsbeirat von Mündershausen hatte sich zuvor gegen das Projekt ausgesprochen, weil man befürchtete, dass damit Neubauten ausgeschlossen sein würden. Mit Blick auf die Konversion der Kaserne hofft man dort auf neue Mitbürger. Bürgermeister Christian Grunwald zerstreute jedoch diese Bedenken.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

Kommentare