Stadtparlament einigt sich auf Haushalt

Neue Töne in Heringen - Daniel Iliev als Bürgermeister vereidigt

Viel Glück für das Amt als Bürgermeister: Hans Ries gratuliert seinem Nachfolger Daniel Iliev nach dessen Vereidigung durch Stadtverordnetenvorsteher Detlef Scheidt (rechts). Foto: Struthoff

Heringen. Nach nur 90 Minuten plus einer Rauchpause endete im für seine Marathon-Sitzungen berüchtigten Heringen am Mittwoch die Stadtverordnetenversammlung mit der Vereidigung des neuen Bürgermeisters Daniel Iliev. Er wird am 1. Juli die Nachfolge von Hans Ries antreten.

Der „Heringer Junge“ Iliev sagte nach seiner Vereidigung, er wolle seine Heimatstadt wieder einen. „Ich bin zwar ein stolzer Sozialdemokrat, aber ich will ein Bürgermeister für alle Heringer sein“, erklärte Iliev. Er kündigte Gespräche mit allen Parteien der Werrastadt an. Als seine Vision für die Zukunft beschrieb er Heringen als „moderne, liebenswerte, finanziell abgesicherte Kleinstadt im Herzen Deutschlands“.

Als erste Ziele nannte er ein besseres Stadtmarketing und bessere Tourismusangebote. Zudem wolle er danach streben Betriebe der „Kreativ-Wirtschaft“ anzusiedeln und dabei mit dem guten Breitband-Internet der Stadt werben. Ausdrücklich danke er in diesem Zusammenhang seinem Vorgänger Hans Ries, „der viele wichtige Dinge auf den Weg gebracht hat.“

Mit Blick auf die unsichere Lage bei K+S sagte er, Heringen müsse dem Unternehmen zur Seite stehen ohne dabei unkritisch zu sein. Mit Blick nach Wiesbaden und Kassel mahnte er „rasche Ergebnisse“ an.

Auch das Heringer Stadtparlament scheint offenbar bestrebt zu sein, unter dem neuen Bürgermeister besser zusammenzuarbeiten. Vor Daniel Ilievs Vereidigung hatten die Stadtverordneten in seltener Einmütigkeit und mit nur vereinzelten Gegenstimmen den seit Monaten blockierten Haushalt auf den Weg gebracht. Dazu mussten zuvor mehrere Beschlüsse aufgehoben werden.

Im Ergebnishaushalt der Werrastadt stehen nun Erträge von gut 23 Millionen Euro Aufwendungen von rund 27 Millionen Euro gegenüber, was einen Fehlbedarf von gut vier Millionen Euro bedeutet. Unter anderem beschlossen die Stadtverordneten den Gewerbesteuerhebesatz von 380 auf 420 anzuheben.

Auch ein anderer Streitpunkt der Vergangenheit wurde mit großer Mehrheit bei drei Gegenstimmen aus den Reihen der CDU beigelegt: Für die Verlängerung des so genannten Ausziehgleises an der Kraftwerkszufahrtstraße stellt die Stadt nun ihren Anteil in Höhe von 150 000 Euro zur Verfügung.

All diese Beschlüsse wurden ohne böse Diskussionen, wie sie bisher in Heringen an der Tagesordnung waren, gefasst. Das sind neue Töne aus der Werrastadt, die sicher nicht nur der neue Bürgermeister gern hört.

Quelle: HNA

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