Neue Skulptur am Schloss: Historischer Rotenburger Musiker

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Bildhauer Ewald Rumpf zeigte bei der Enthüllung, dass man auf den Saiten der bronzenen Viola sogar zupfen kann.

Rotenburg. Die elfte Rotenburger Bronzeskulptur ist am Dienstag vor dem Schloss enthüllt worden. Sie zeigt den gebürtigen Rotenburger Johann Anton Coberg, der im 17. Jahrhundert Musiklehrer der Familie von Kurfürst Ernst August von Hannover war.

Elf bronzene Skulpturengruppen gibt es in Rotenburg. Nunmehr drei davon zeigen historisch bedeutsame Rotenburger. Doch während die Ärzte Bernhard Christoph Faust und Moritz Katzenstein keine Unbekannten sind, dürfte der Name Johann Anton Coberg kaum jemandem etwas sagen.

"Dabei war er mindestens genauso bedeutend", sagt Marlies Ebeling. Sie hat das sitzende Abbild Cobergs vor dem Schloss wie auch die übrigen Bronzeskulpturen in Alt- und Neustadt gespendet. Aufmerksam wurde sie auf ihn, als sie Unterlagen ihres verstorbenen Mannes Horst durchsah. Der war Kammermusiker des niedersächsischen Staatsorchesters in Hannover.

In dessen Vorläufer, der Hofkapelle, hat im 17. Jahrhundert auch Coberg musiziert. Musiklehrer am Hofe Doch nicht nur das: Coberg, der 1650 in Rotenburg geboren wurde, war ein Ausnahmemusiker. Er lernte in jungen Jahren in Hannover verschiedene Instrumente, konnte aber auch gut singen und komponieren. So brachte er es bis zum Musiklehrer am Hof des Kurfürsten Ernst August. Eine seiner Schülerinnen war Prinzessin Sophie Charlotte, spätere Frau des Preußenkönigs Friedrichs I. und Namensgeberin des Charlottenburger Schlosses.

Dort besuchte Coberg seine Schülerin, und dort starb er auch 1705. Künstler Ewald Rumpf hat Coberg mit einer Viola im Arm dargestellt, die im Barock von besonderer musikalischer Bedeutung war. Ein historisches Bildnis als Vorlage gab es nicht, doch wenigstens ist bekannt, dass Coberg von zierlicher Gestalt war. "Diese Skulpturen bereichern unsere Stadt", sagte Bürgermeister Christian Grunwald bei der Enthüllung.

Die Skulptur wird wie die übrigen Bronzegruppen in die Stadtrundgänge aufgenommen, erklärte Kerstin Schulz von der Tourist-Information. "Das sind nach dem Schloss und der Brücke die meistfotografierten Motive Rotenburgs." Der Bauhof hat die Figur auf einem Steinblock fest im Boden verankert. (mcj)

Quelle: HNA

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