Im HKZ werden defekte Mitralklappen mit Schlüsselloch-Chirurgie repariert

Neue OP schont Patienten

Wieder bei Kräften und gut gelaunt: Ernst-Ludwig Schmidt (links) war im Herz- und Kreislaufzentrum (HKZ) Rotenburg der erste Patient, der von Dr. Ardawan J. Rastan, Chefarzt der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie, per Schlüsselloch-Chirurgie an der Mitralklappe operiert wurde. Foto: Steinbach

Rotenburg. Im Herz- und Kreislaufzentrum (HKZ) Rotenburg hat der neue Chefarzt der Herz- und Gefäßchirurgie, Privatdozent Dr. Ardawan J. Rastan, die ersten Patienten mit Mitralklappen-Problemen erfolgreich operiert. Das besondere daran ist die Operationsmethode, die der Herzspezialist mit nach Rotenburg gebracht hat. Sie erspart den Patienten eine Öffnung des Brustkorbs und verkürzt den Aufenthalt im Krankenhaus erheblich.

Weil nicht mehr der große Schnitt übers Brustbein nötig ist, um an die zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer gelegene Herzklappe zu gelangen, sind die Patienten „viel schneller wieder auf den Beinen“, sagt der Herzchirurg, der seit Anfang dieses Jahres im HKZ tätig ist.

Kleiner Schnitt

Der erfahrene Arzt arbeitet mit der Schlüsselloch-Chirurgie. Ein kleiner Schnitt im Brustbereich genügt, um mit speziellen endoskopischen Geräten und großem chirurgischen Können am Herzen operieren zu können.

Auf neu angeschafften Spezial-Videomonitoren kann Rastan das Operationsfeld besser und exakter sehen, als dies bisher bei Operationen am offenen Herzen möglich war. Die Schlüsselloch-Technik bietet deshalb zudem völlig neue und bessere Möglichkeiten zur Aus- und Weiterbildung von Herzchirurgen. „Man sieht alles sehr gut, kann die Klappe gut beurtelen“, erklärt der Chefarzt. Dadurch „versteht man auch die Klappenfunktion besser.“

Allerdings ist auch ein minimalinvasiver Eingriff am Herzen eine schwerwiegende Operation. Denn das Herz muss dafür stillgelegt werden. Über einen Katheter in der Leistenarterie wird der Patient für die Dauer der Operation an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen, die den Blutkreislauf aufrecht erhält, während am stillstehenden Herzen operiert wird.

Gefahr eines Schlaganfalls

Etwa 7000 mal jährlich sind bei Patienten in Deutschland Eingriffe an der Mitralklappe nötig. Meist geht es um eine Undichtigkeit der Herzklappe. Folge ist ein Rückfluss von Blut in den linken Vorhof. Das ist zwar nicht unmittelbar lebensbedrohend, führt aber zu Herzvergrößerung, Narbengewebe und gestörter Erregungsleitung bis zum Vorhofflimmern oder gar Kammerflimmern. Die Herzleistung sinkt, und es können sich Blutgerinnsel bilden. Damit wächst auch die Gefahr eines Schlaganfalls.

Deshalb ist eine Operation nötig, wenn eine Fehlfunktion der Mitralklappe festgestellt wurde. Früher wurden die Klappen meist durch künstliche ersetzt, „heute wird repariert“, sagt Rastan. Es sei für die Patienten besser, die eigene Klappe zu behalten, wenn sie wieder zur korrekten Funktion gebracht werden kann.

Von Jörg Steinbach

Quelle: HNA

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