Bei Gästen im Dorf geht alte Anlage in die Knie

Neue Kläranlage für Süß kostet 1,1 Millionen Euro

Neubau am alten Standort: Südöstlich von Süß entsteht die neue Kläranlage. Rechts ist der Rundbau der alten Anlage zu sehen. Links daneben werden die neuen Klärbecken samt Speicherbecken gebaut. Dahinter entsteht das Betriebsgebäude. Foto: Dupont

Süss. Im Dörfchen Süß gibt es eine Großbaustelle: Unterhalb der Straße nach Richelsdorf wird für 1,1 Millionen Euro eine neue Kläranlage für den Nentershäuser Ortsteil gebaut.

Der Neubau wird über die allgemeine Abwassergebühr finanziert. Die Süßer selbst werden nicht direkt über Beiträge belastet. Das berichtete Armin Hast, der technische Leiter des Bereichs Wasser der Energienetz Mitte.

Für das Projekt ist der Wasser- und Abwasserzweckverband Kreis Herfeld-Rotenburg verantwortlich. Für die komplette Planung und Ausführung ist Energienetz Mitte, eine Tocher der EAM, zuständig.

Werte überschritten

Die alte Kläranlage, die zurzeit noch in Betrieb ist, kann die Reinigungswerte nur noch mühsam einhalten. „In besonderen Situationen werden die Werte auch mal überschritten“, berichtete Hast. Wenn zum Beispiel 100 Gäste ins Dorf kommen und entsprechend mehr Abwasser produzieren, kann die alte Anlage nur sehr verzögert darauf reagieren, weil technisch nichts einstellbar ist. „Damit war klar, dass etwas passieren muss“, betonte Hast. Mit einer technischen Aufrüstung der alten Anlage hätte die Reinigungsleistung nicht verbessert werden können.

Das Ingenieurbüro Poch und Zänker aus Erfurt wurde beauftragt, mögliche Varianten zu untersuchen. Das Ergebnis: Ein Neubau am gleichen Standort ist die kostengünstigste Möglichkeit. Geprüft wurde auch ein Anschluss an die Kläranlage im benachbarten Richelsdorf. „Die Anlage dort hat aber keine Kapazitäten mehr frei, um das Süßer Abwasser noch mit aufzunehmen“, erklärte Hast.

Den Auftrag für den Neubau erhielt die Firma Laudemann aus Sontra. Sie setzte sich als kostengünstigster Anbieter bei der Ausschreibung durch.

Speicher reicht halbes Jahr

Die neue Kläranlage wird direkt neben der alten Anlage gebaut. Geplant ist, dass der Neubau Mitte 2015 fertig ist.

Die neuen Klärbecken sind bereits betoniert. Geplant ist, dass das Betriebsgebäude in diesem Jahr noch im Rohbau fertiggestellt wird. Über den Winter soll der Innenausbau mit den technischen Anlagen erfolgen.

Der Speicher für den Klärschlamm hat in der neuen Anlage dann eine Kapazität bis zu einem halben Jahr, bevor er von der Landwirtschaft verwertet wird.

Quelle: HNA

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