Neue Besitzer wollen Freizeitstätte Nentershausen weiterentwickeln

Die Freizeitanlage mit ihren Holzhütten soll bleiben, was sie ist: Ein besonderes Angebot mit einfachem Standard. Mit Fernsehern zum Beispiel werden die Unterkünfte nicht ausgestattet. Am Eingang begrüßt ein Bär – das Wahrzeichen Berlins – die Besucher (kleines Foto). Fotos: Dupont

Nentershausen. Auch wenn es noch ein paar Monate dauert, bis das Leben in die Freizeitstätte Nentershausen zurückkehrt: Wer das Gelände betritt, erliegt schnell dem Charme dieses Ortes.

Mit den Holzhütten, der blühenden Wiese und den Bäumen ringsherum fühlt man sich sofort ein bisschen wie im Urlaub.

Und genau diesen besonderen Charme wollen die neuen Besitzer der Anlage nutzen und das Angebot, das die Freizeitstätte Steglitz-Zehlendorf früher vor allem für Kinder und Jugendliche aus Berlin bot, erheblich erweitern.

Konzept erstellt

„Eigentlich waren wir nur auf der Suche nach einer Anlage für unsere beiden Pferde und Pferde unserer Freunde mit Stall und Auslaufmöglichkeit“, berichten Alexa und Marc von Baumbach. Dann „stolperten“ sie über die Freizeitstätte, für die seit 2012 ein Käufer gesucht worden war. Es wuchs die Idee, mehr daraus zu machen. Nach und nach entstand dann ein Nutzungskonzept.

Ferienlager für Kinder

Die Anlage soll auch in Zukunft ein Ferienlager für Klassenfahrten oder Kinderfreizeiten bleiben. „Schön wäre auch, wenn der Kontakt nach Berlin erhalten bliebe“, sagen die beiden Nentershäuser. Die Freizeitstätte könnte bei Bedarf auch für Hochzeiten, Geburtstage oder Live-Rollenspiele vermietet werden.

Auch Wanderer, Motorradfahrer oder Radfahrer können einen Zwischenstopp für ein oder zwei Nächte einlegen. Gruppen, die Seminare anbieten - von Tanz bis zu Meditation - sind willkommen.

Erweitert wird das Konzept vor allem um die Pferdehaltung. Dafür wollen die Baumbachs auf einer Freifläche hinter den letzten Blockhäusern einen offenen Stall mit Auslaufmöglichkeit bauen. Aus dem Spielplatz, der hinter dieser Freifläche liegt, wird ein Reitplatz. „Auch ortsansässige Reiter sollen die Möglichkeit erhalten, diesen Platz zu nutzen“, betont die 40-Jährige.

Station für Wanderreiter

Die neuen Betreiber setzen außerdem auf den Pferde-Tourismus. Sie bauen eine Wanderreitstation mit Übernachtungsmöglichkeiten für Ross und Reiter auf. Dafür nutzen sie auch den Bereich, in dem sich zurzeit noch die Minigolfanlage befindet.

„Die Hütten haben etwas Rocky-Mountains-Holzfäller-Charme“, sagt Alexa von Baumbach. Eine Western-Stadt wird die Anlage nicht. „Aber ein Hauch von Wildwest steht ihr gut zu Gesicht.“

Die Freizeitstätte soll keine Konkurrenz für andere touristische Angebote in der Region werden, sondern eine Ergänzung bleiben, betont Marc von Baumbach. „Tourismus ist ein Gemeinschaftsprojekt“, wissen beide.

Noch im September beginnen die Erdarbeiten. Offziell eröffnet werden soll die Anlage im Frühjahr 2016.

Die Baumbachs sind selbst gespannt. „Wir drücken ein Samenkorn in den Boden und wissen noch nicht, was daraus wird“, formuliert Alexa von Baumbach vorsichtig und zugleich hoffnungsvoll.

Von René Dupont

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Quelle: HNA

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