Ausstellung bringt Rotenburger Schätze ans Licht 

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Damit lässt man sich gern übers Eis schieben: Franz Mansky, links, präsentiert den über 100 Jahre alten Schlitten, den ihm eine Rotenburger Familie zur Verfügung gestellt hat. Rechts Jürgen Dietrich von der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg, die die Ausstellung ebenso wie „Moritz“-Wirt Lars Weißflog, finanziell unterstützt. Der Schlitten steht vor dem Musik- und Notenschrank, der lange Jahre im St. Georg-Gemeindezentrum untergestellt war. Mansky holte ihn vor dem Abriss des Zentrums ab. Jetzt steht das historische Stück im Rathaus. 

Rotenburg. Ein Stahlhelm aus dem ersten Weltkrieg, der zur einem Schöpfgefäß für Gülle umfunktioniert wurde, zählt zu den eher skurrilen Stücken, die ab kommenden Wochenende im Rotenburger Kreisheimatmuseum zu sehen sein werden. Für eine Ausstellung haben Rotenburger Keller und Dachböden durchforstet.

Franz Mansky ist glücklich: Für seine neue Ausstellung „Rotenburger Schätze neu entdeckt“ im Kreisheimatmuseum hat er gut 100 Exponate bekommen. Die Ausstellung wird am Freitag, 14. Februar, um 14 Uhr eröffnet.

Kaum zu glauben, was in Rotenburger Häusern so schlummert: Ein original Steiff-Teddy von 1910 zum Beispiel. Oder ein schmiedeeiserner Schlitten, der um 1900 zum Eisvergnügen auf der Fulda diente. Da gibt es eine Prunkausgabe von Meyers Konversationslexikon von 1897 mit fantastischen Lithographien oder eine ganze Abteilung mit Devotionalien aus der Kaiserzeit. Inklusive einer Spieluhr, die Kaiser Wilhelm zeigt.

Das alles haben Rotenburger dem Ausstellungsmacher leihweise zur Verfügung gestellt. Das Schloss hat sich dabei als gute Quelle für Kleinodien gezeigt: Es gibt eine große Porzellanvase, die Prinzessin Auguste einer bediensteten Näherin geschenkt hatte. Es gibt aber auch ein Lavabo aus Kupfer-Messing. Das ist ein Handwaschbecken mit dazugehörigem Wasserspeicher, an dem sich die Bediensteten die Hände waschen mussten. Auch ein Spiegel mit Kerzenhalter oder aufwändige Vorhänge aus dem Schloss sind in der Ausstellung zu sehen. Prinzessin Auguste malte gern, so kann man in der Ausstellung Aquarelle von ihr betrachten. Bilder gibt es aber auch von Heinrich Dietzsch oder Änne Gabriel und - natürlich - Peter Zirbes, dem wohl bekanntesten Rotenburger Maler.

Ein Feuerwehrhelm aus Leder, geschmückt mit dem Rotenburger Wappen, ein Bowlegefäß aus dem alten Amtsgericht, also dem, an dessen Stelle heute ein Parkplatz liegt, und der Meisterbrief von Bäcker Johannes Metz von 1929 gehören ebenfalls zu den Schätzchen, die Franz Mansky für die Öffentlichkeit zusammengetragen hat.

Die Ausstellung wird bis Ende Mai zu sehen sein.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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