Autobahnbauwerk wird im Takt-Schiebe-Verfahren errichtet

Die neue A 4-Brücke wächst jeden Montag um 25 Meter

Friedewald. Die neue 290 Meter lange Autobahnbrücke über das Kesselbachtal bei Friedewald wächst – jeden Montag um 25 Meter. Denn Montag ist Schiebetag. Da wird der Betonriese im sogenannten Takt-Schiebe-Verfahren von einem Stützpfeiler zum nächsten gedrückt. Das Brückenteil wird dabei hydraulisch um fünf Millimeter angehoben und 25 Zentimeter nach vorne geschoben. Immer weiter, Stück um Stück. Innerhalb von vier Stunden ist das Prozedere abgeschlossen. Mit dem bloßen Auge ist der Vorschub kaum zu sehen.

In der Woche zwischen den Brückenvorschüben wird das neue Bauteil vor Ort gegossen und muss schließlich trocknen und aushärten. Wenn das Wetter weiterhin mitspielt, soll das letzte Brückenstück am 20. Dezember eingeschoben werden. Die Endlager sollen dann im Februar 2014 folgen.

Wenn der größere Teil der Brücke steht – in Fahrtrichtung Eisenach wird die Autobahn 4 dreispurig ausgebaut, während sie in Fahrtrichtung Bad Hersfeld zweispurig bleibt – wird der kleinere zweite Teil in Angriff genommen. So werden im Kesselbachtal eigentlich zwei Brücken gebaut, denn zwischen den beiden Bauwerken besteht in der Mitte keinerlei Verbindung. Etwa zehn Zentimeter Luft sind zwischen den Richtungsfahrbahnen vorgesehen.

Die neue Brücke, deren Bau mit Kosten von 10,4 Millionen Euro angegeben ist, wird nach der neuesten EU-Vorgabe, dem sogenannten modifizierten Lastmodell, errichtet. Damit die beiden Brückenteile sicher auf den riesigen Pfeilern sitzen, wurden im Vorfeld 134 Bohrpfähle bis zu 13 Meter tief in den schwammigen Untergrund gesetzt.

Das Brückenbauprojekt über den großen Kessel bei Friedewald soll noch 2014 abgeschlossen werden. Ab dem 1. Januar 2015 soll die Brücke befahrbar sein.

Hintergrund

Von Mario Reymond

Quelle: HNA

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