Nentershausen will Haushaltsdefizit um über 400.000 Euro senken

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Information und Diskussion über den Schutzschirm: Etwa 150 Nentershäuser kamen zur Versammlung.

Nentershausen. Noch ist nicht klar, ob die Gemeinde Nentershausen unter den finanziellen Schutzschirm des Landes Hessen schlüpfen kann.

Ein Arbeitskreis mit Mitgliedern der Gemeindevertretung, des Gemeindevorstands und der Verwaltung hat Vorschläge erarbeitet, die das Haushaltsdefizit bis 2020 um etwa 423.000 Euro verringern würden.

In diesem Jahr fehlen im Nentershäuser Haushalt voraussichtlich 948.000 Euro. Für alle Schutzschirmkommunen gilt als Ziel, im Jahr 2020 einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Bei den Ausgaben könnte die Gemeinde nach den Vorschlägen des Arbeitskreises 277.000 einsparen, die Einnahmen könnten um etwa 146.000 Euro steigen. Mit diesen Vorschlägen könnte bereits das Defizit im Haushalt 2013 um 289.000 Euro verringert werden. Das berichtete Bürgermeister Ralf Hilmes (SPD) am Montagabend bei der Bürgerversammlung zum Schutzschirm.

Wenn die Gemeinde unter den Schutzschirm schlüpfen kann, wird das Land 2,1 Millionen Euro an Schulden der Gemeinde übernehmen. Ende 2012 hat die Gemeinde Schulden in Höhe von insgesamt voraussichtlich 8,7 Millionen Euro.

Die Gemeinde Nentershausen hatte Ende Juni den ersten Antrag zur Teilnahme am Schutzschirm abgegeben. Dem Land reichten die Sparpläne nicht aus. Der Arbeitskreis erarbeitete weitere Sparvorschläge. Der zweite Antrag ging am 9. Oktober Richtung Wiesbaden. Jetzt wartet die Gemeinde, ob dem Land diese Sparpläne ausreichen, um unter den Schutzschirm schlüpfen zu dürfen.

Das Sparpaket, das der Arbeitskreis vorgelegt hat, muss die Gemeindvertretung noch beraten und beschließen. Ein endgültiger Beschluss über den Schutzschirm und die Sparpläne ist für November oder Dezember geplant.

„Bei uns gibt es kaum noch freiwillige Leistungen. Da ist schon alles weit zurückgefahren“, betonte der Bürgermeister. Er lobt das Vereinsleben und das große Engagement der Bürger. „Trotzdem bitte ich Sie, uns mit Ideen zu helfen, wie wir noch mehr sparen können.“ Hilmes wies darauf hin, dass die hohen Fehlbeträge in den letzten drei Jahren auch dadurch entstanden sind, dass die Abschreibungen im Haushalt als Ausgaben von etwa 400 000 Euro mit aufgeführt werden mussten.

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Von René Dupont

Quelle: HNA

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