Hilfe nach dem Eisregen

Nentershäuser sorgte mit dem THW in Slowenien für Strom

Benjamin Günther

Rotenburg. Als ein flächendeckender Eisregen kürzlich in Slowenien zahllose Masten umknickte und etwa 100.000 Haushalte von der Stromversorgung abschnitt, war ein Mann aus Nentershausen vor Ort, um zu helfen.

Der 30-jährige Benjamin Günther war bis vor wenigen Tagen für das Technische Hilfswerk THW als Energieelektroniker im Einsatz.

Mehr als 13 Stunden dauerte die Fahrt mit dem Bus. Bei Günthers Ankunft hatte bereits das Tauwetter eingesetzt und große Überschwemmungen verursacht. In einer alten Kaserne nahe des Ortes Logatec wurden er und die anderen Helfer untergebracht, geschlafen wurde auf Feldbetten.

Günthers Aufgabe bestand darin, große, in Containern untergebrachte Dieselgeneratoren an das Stromnetz anzuschließen und in den Generatoren notfalls auf Fehlersuche zu gehen. Dafür war Günther mit einem Eschweger Kollegen täglich in einem Auto unterwegs, das sie mit Werkzeug und Ersatzteilen in einen provisorischen Werkstattwagen verwandelt hatten. Günther staunte über den Standard in dem fremden Land: Straßen und Gebäude seien modern gewesen, und der technische Stand der einheimischen Stromversorger sei mit dem hiesigen vergleichbar gewesen.

Auf englisch konnte er sich mit den Einheimischen verständigen, die er als ausgesprochen freundlich erlebte. Nicht nur, dass sie an jedem Ort Kaffee, Tee und Pflaumenschnaps anboten. Sie hätten sich auch ausgesprochen dankbar gezeigt und nicht geschimpft, auch wenn sie schon viele Tage ohne Strom gewesen seien, berichtet Günther. Das habe er in Deutschland schon anders erlebt.

Am 22. Februar kehrte Günther nach zwei Wochen von seinem Einsatz zurück. Von seinem Arbeitgeber wurde er für diese Zeit freigestellt. Das sei keine Selbstverständlichkeit, sagt THW-Ortsbeauftragter Fritz Freund. Deshalb müsse man dankbar sein. (zmy)

Quelle: HNA

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