Unbekannter zerkratzte BMW mutwillig

Nur eine Nacht ohne Garage: Nentershäuser hat Ärger mit zerkratztem Auto

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Für Udo Müller ist sein BMW kein Heiligtum: "Aber wenn man so ein Auto hat, pflegt man es schon", sagt er und zeigt auf den Schaden, der vermutlich mit einem Schlüssel angerichtet wurde.

Nentershausen. Es war nur eine einzige Nacht, in der Udo Müller seinen BMW nicht in die Garage gefahren hatte. Und genau diese Nacht nutzte ein Unbekannter, um das Auto des Nentershäusers mit einem spitzen Gegenstand zu zerkratzen.

Die Straße am Ziegelfeld, an der der 62-Jährige wohnt, wird saniert. Seine Garage konnte er wegen der Baustelle nicht erreichen. In den Tagen zuvor hatte er das Auto in der Garage eines Freundes untergebracht.

"An diesem Abend stellte ich mein Auto hinter ein Baustellenfahrzeug", erzählt der selbstständige Unternehmer. Er musste noch Werkzeug ins Haus schleppen. Weil es spät war, verzichtete er diesmal darauf, den Wagen bei dem Freund unterzubringen. Am nächsten Morgen ging er schon um 7 Uhr nach draußen, um seinen BMW umzuparken. "Ich wollte die Bauarbeiten nicht behindern", berichtet er. Die Beschädigung am Auto entdeckte er sofort.

Auf der linken Seite des Fahrzeugs zogen sich Kratzer über den vorderen und den hinteren Kotflügel, jeweils etwa 50 Zentimeter lang.

"Als ich die Kratzer sah, war ich ziemlich sauer und verärgert", erzählt der Nentershäuser. Und das Verrückte ist: Udo Müller glaubt, den Täter zu kennen. "Jugendliche waren das nicht!", ist er sich sicher. "Es war jemand aus unserem nahen Umfeld." Mehr will Müller nicht sagen. Auch als er bei der Polizei Anzeige erstattete, nannte er keinen Namen. "Ich habe keine Beweise", erklärt er sein Verhalten.

"Ich kann nicht verstehen, wie man sich an dem Eigentum anderer Leute vergreifen kann", sagt der 62-Jährige nicht ohne Bitterkeit. "Das war kein Unfall. Da wollte jemand mir Schaden zufügen." In der Nacht standen noch sechs andere Fahrzeuge in der Straße. Die blieben unbeschädigt. "Die Fahrzeuge haben niemanden behindert", sagt Müller. Das könne nicht der Grund für die Tat sein.

Abgesehen von den Umständen, die so eine Straftat macht, geht sie bei dem Autobesitzer auch richtig ins Geld. Die Reparatur wird Müller bis zu 1300 Euro kosten. "Diese Bereiche neu zu lackieren ist eine Menge Arbeit." Der Nentershäuser hat sich in Werkstätten informiert.

"Viele denken, das zahlt doch die Versicherung. Doch so einfach ist das nicht", weiß der 62-Jährige. Der Betroffene werde in der Schadensklasse hochgestuft und die Höhe des Beitrags steige.

Udo Müller ist Vollkasko versichert mit 300 Euro Selbstbeteiligung. "Ich muss jetzt ausrechnen, ob es günstiger für mich ist, den Schaden komplett selbst zu zahlen", betont Müller. Wie auch immer man sich in einem solchen Fall entscheide, ein großer Teil der Kosten bleibe an dem Betroffenen hängen.

Udo Müller denkt darüber nach, im Inneren seines Wagen eine kleine Kamera anzubringen, wenn er sein Auto nachts mal nicht in die Garage stellen kann. Die Kamera zeichnet alles auf, was sich vor dem Fenster bewegt. In Deutschland sei das rechtlich umstritten. "Es ist aber eine gute Möglichkeit, Täter abzuschrecken oder ihnen auf die Spur zu kommen."

Von René Dupont

Quelle: HNA

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