Riesenvogel von Weide ausgerissen

Nandu ist bereits seit drei Wochen bei Iba unterwegs

Iba. Eine Begegnung der etwas anderen Art hatte Jens Leuthold, als er am Mittwochnachmittag mit seinem Hund zwischen dem Bebraer Stadteil Iba und dem Triesch unterwegs war. Kurz vor dem Waldrand tauchte plötzlich ein Nandu auf einem Hügel auf, lief 200 Meter und verschwand hinter einem anderen Hügel.

„Ich habe erstmal nachgedacht, ob es bei uns wirklich so große Vögel gibt“, erzählt der 37-jährige Nentershäuser schmunzelnd. Etwa 50 Meter war das imposante Tier von ihm entfernt. Angst aber hatte keiner von beiden. „Der Nandu beschleunigte mal kurz und stakste dann normal weiter.“

Dass es sich um einen Nandu handelt, war dem Spaziergänger sofort klar. Er kennt die Vögel aus einem Buch des Tierfilmers Andreas Kieling.

„Der Nandu scheint irgendwo entlaufen zu sein“, vermutete der Nentershäuser. Und mit seiner Vermutung liegt er richtig. Der Riesenvogel ist bereits seit drei Wochen in der Gegend um Iba unterwegs.

„Unser Nandu war auf der Weide. Jemand wollte ein Pony auf die Weide bringen. Das hat ihn so erschreckt, dass er über den Zwei-Meter-Zaun gehüpft ist – und weg war er“, berichtet sein Besitzer, Alfred Langheld, aus Iba auf Anfrage.

Seitdem wird der Vogel immer wieder irgendwo gesichtet. Die Langhelds kommen dann bis zu vier Meter an ihn heran. Bevor sie ihn sich schnappen können, rast er aber wieder weg. „Der ist einfach zu schnell für uns. Diese Vögel können bis zu 60 Kilometer pro Stunde erreichen“, erzählt der Besitzer.

Angst vor einer Begegnung braucht niemand zu haben. „Die Tiere sind nicht gefährlich“, sagt Langheld. Auf der Weide konnte man sie streicheln. Wer ihm begegnet, sollte einfach gar nichts tun, betont der 63-jährige Landwirt.

Ihr zweiter Nandu war im Spätherbst gestorben. Sie wollten eigentlich Nandus züchten – als Spaß für die Enkel. Aber der Verkäufer hatte ihnen zwei Hähne vermittelt.

Die flugunfähigen Vögel stammen aus Südamerika. Mittlerweile gibt es zum Beispiel in Mecklenburg auch schon freilaufende Herden.

Ernsthafte Sorgen macht sich die Familie nicht. „Vielleicht kommt unser Nandu in den nächsten Wochen von allein nach Hause“, hoffen die Langhelds.

Dann gäbe es da noch die Möglichkeit, ihn mit einer Henne anzulocken. Und wenn das alles nicht fruchtet, wird der Schuss aus einem Betäubungsgewehr das Problem lösen müssen. (dup)

Quelle: HNA

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