Will auf Bürgerkrieg in Syrien aufmerksam machen

Nackte Füße zeigen die Not: Henricus Verhaag  ist Barfußwanderer 

Er will den Menschen in Bedrängnis helfen: Barfußwanderer Henricus Verhaag macht Station in Rotenburg. Foto: Achim Meyer

Rotenburg. Seinen Füßen sieht man die Strapazen nicht an, die sie hinter sich haben: keine Schwielen, keine Blasen, keine Schwellungen. Dabei hat Henricus Verhaag 400 Kilometer in den vergangenen Wochen zurückgelegt – ohne Schuhe.

Mit seinem 1000-Kilometer-Barfußmarsch durch Deutschland will der 66-Jährige auf die Not der Menschen im syrischen Bürgerkrieg aufmerksam machen. Rotenburg lag auf seinem Weg.

Bei einem alkoholfreien Hefeweizen in einem Café am Marktplatz erklärt er unaufdringlich sein Anliegen und beklagt, dass das Schicksal der Millionen von notleidenden Menschen in Syrien in Deutschland zu wenig Aufmerksamkeit finde (Hintergrund). Was mit friedlichen Protesten gegen das Assad-Regime begann, habe sich zur größten humanitären Notlage der Gegenwart ausgeweitet.

Die Ermordung des Jesuitenpaters Frans van de Lugt, der zum Helfen in Syrien ausgeharrt hatte, bestürzte Verhaag so, dass er beschloss, aktiv zu werden. Den Menschen in Bedrängnis müsse geholfen werden, findet Verhaag, auch wenn sie weit entfernt seien und einer uns fremden Kultur angehörten. „Das ist unser Auftrag als Christen.“ Die nackten Füße sind für ihn ein Sinnbild für die Not vieler Menschen, die alles verloren haben und im eigenen Land auf der Flucht sind.

Den Barfußgang hat er lange trainiert, so dass Henricus Verhaag auch nach einer Etappe von 25 Kilometern keine Schmerzen im Fuß hat. Der Trick sei, die Ferse sanft aufzusetzen. Verhaag geht generell gern barfuß und hat so jahrelange Fußschmerzen überwunden, denen auch sein Orthopäde keine Abhilfe leisten konnte.

Menschen werden neugierig

Auf seinem Weg von der Nordsee bis zur Donau bevorzugt Verhaag asphaltierte Wege und betritt auch Gaststätten, Jugendherbergen und Hotels ohne Schuhe. Die fehlende Fußbekleidung bringt ihn immer wieder mit neugierigen Menschen ins Gespräch, denen er ein Flugblatt zum Thema Syrien gibt, das um Spenden wirbt.

Gelernt sein will bei der Barfuß-Wanderung das Pausemachen zur Schonung der Füße verrät Verhaag. Rotenburg eignet sich da auf der Etappe von Binsförth nach Breitenbach ideal.  hintergrund links

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

Kommentare