Ehemalige Dorfjugend lässt den Heimatverein in Sachen Dorffest nicht im Stich

Nachwuchs rettet das Fest

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Zusammenarbeit zwischen dem Heimatverein und der ehemaligen Seifertshäuser Dorfjugend (von links): Ottmar Vaupel, Jens Pfaffenbach, Gisela Stawinoga, Dirk Bettenhausen, Pascal Vaupel.

Seifertshausen. Auch in diesem Sommer findet in Seifertshausen ein Dorffest statt. So selbstverständlich, wie es klingt, ist das zumindest in diesem Jahr nicht: Ohne die Unterstützung der ehemaligen Dorfjugend wäre das Fest am Freitag und Samstag, 16. und 17. August, nicht möglich gewesen.

Das Dorffest wird in der Regel von einem der vier Seifertshäuser Vereine ausgerichtet: Männergesangverein, Feuerwehr, Freizeit-Club und Heimatverein wechseln sich ab. Letzterer ist in diesem Jahr an der Reihe.

Der Heimatverein hat aber inzwischen große Personalsorgen. Viele Mitglieder sind aus beruflichen Gründen ausgetreten. Auch die allgemeine Überalterung macht dem Verein, der 2002 zum 750-jährigen Jubiläum Seifertshausens gegründet wurde, zu schaffen. Das sagt Ottmar Vaupel. Man war sich deswegen sicher, das Dorffest nicht im gewohnten Rahmen planen zu können. Drei Tage seien nicht zu schaffen. „Dass wir Schwierigkeiten bekommen, war uns klar. Dass sie so früh eintreten, war aber auch für uns überraschend“, sagte Gisela Stawinoga vom Heimatverein.

Unterstützung

Die ehemalige Dorfjugend besteht aus 24 Frauen und Männern im Alter von 21 bis 28 Jahren. Als ihnen zu Ohren gekommen war, dass das Dorffest kleiner als in vergangenen Jahren ausfallen sollte, waren sie sich schnell im Klaren darüber, dass sie dem Heimatverein helfen würden.

Die beiden Gruppen verständigten sich ohne langes Zögern darauf, zu kooperieren. Ein Dorffestgremium, zu dem Jens Pfaffenbach, Pascal Vaupel, Dirk Bettenhausen und Tobias Strube zählen, wurde geschaffen. Die ehemalige Dorfjugend kümmerte sich beispielsweise um die Organisation der Disco mit DJ Stefan. „Die restlichen Aufgaben wurden so verteilt, dass jeder das macht, was er am besten kann“, sagte Dirk Bettenhausen.

Es gab viele Gründe für die jungen Seifertshäuser, sich in dieser Form für das Dorffest einzusetzen. „Wenn es einmal ausfällt, könnte das zur Gewohnheit werden“, erklärt Pascal Vaupel. Außerdem sei das Gros der ehemaligen Dorfjugend noch tief in der Heimat verwurzelt. Ziel ist es, die Tradition zu erhalten. Dass nach eigener Aussage auch der Spaß dabei nicht zu kurz kommt, trägt auch zur Entscheidung bei. „Im Endeffekt soll das gesamte Dorf vom Dorffest profitieren“, teilt Pfaffenbach mit.

Der Heimatverein reagierte auf das Hilfsangebot der ehemaligen Dorfjugend überrascht und glücklich zugleich. Für Gisela Stawinoga ist es wichtig, dass ein „Heimatverein nicht nur in der Vergangenheit lebt“, sondern auch offen für Neues ist. Die Hilfe wurde dankend angenommen. Schließlich hält man in Seifertshausen zusammen.

Von Marius Stein

Quelle: HNA

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