Nach dem Job zur Schule

Schule für Erwachsene Osthessen feiert ihr 25-jähriges Bestehen

Als Erwachsene noch mal zur Schule gehen und abends nach der Arbeit Mathe, Deutsch und Englisch büffeln ist eine Herausforderung, die in jedem Jahr zahlreiche Menschen auf sich nehmen, um beruflich weiterzukommen. Foto: nh

Bad Hersfeld. Ihr 25-jähriges Bestehen feiert die Schule für Erwachsene Osthessen am 11. Juli mit Ausstellungen, Aktionen und Vorführungen und einem Festakt in der Aula der Gesamtschule Geistal.

Vor 25 Jahren nahm die Abendschule für den Raum Osthessen in Bad Hersfeld ihre Arbeit auf, zunächst als Außenstelle der Abendschule für Berufstätige Kassel. Angeboten wurde zunächst die Möglichkeit, in der Abendschule das Abitur zu machen.

Inzwischen ist die Schule für Erwachsene Osthessen an den Standorten Fulda und Bad Hersfeld aktiv und seit dem Jahr 2006 selbstständig. Auch das Angebot wurde erweitert. Studierende können dort jetzt alle Schulabschlüsse erreichen. 1350 Absolventinnen und Absolventen haben das in den vergangenen 25 Jahren an den beiden Standorten getan, erklärt Sabine Kirschner, die als Lehrerin an der Abendschule unterrichtet. Zurzeit wird die Schule von 300 Studierenden besucht, die dort ihren Haupt- oder Realschulabschluss, ihre Fachhochschulreife oder das Abitur erreichen wollen.

Beruflich weiterqualifizieren

Die Studierenden, von denen die meisten tagsüber einer Erwerbstätigkeit nachgehen, kommen aus der gesamten Region. Einige von ihnen blicken auf eine gescheiterte Schullaufbahn zurück und wollen nun als Erwachsene die Schulabschlüsse erreichen, die sie als Jugendliche an der Tagesschule aus verschiedenen Gründen nicht geschafft haben. Andere wollen sich beruflich weiterqualifizieren und benötigen dafür als Basis einen höheren Schulabschluss. Und dann gibt es zahlreiche Migranten, die in ihren Heimatländern entweder keinen Schulabschluss erreicht haben oder deren Abschlüsse in Deutschland nicht anerkannt werden und die deshalb die Abendschule besuchen.

Ein Großteil des Unterrichts findet abends oder samstags in den Räumen der Gesamtschule Geistal statt, die von der Schule für Erwachsene mit genutzt werden. Seit 2004 ist der Einsatz neuer Medien im Unterricht ein Schwerpunkt der Schulentwicklung, erläutert Sabine Kirschner.

Innovatives Konzept

So wurde das innovative Unterrichtskonzept „Blended Learning“ entwickelt, bei dem 50 Prozent des Präsenzunterrichtes auf einer Internetplattform stattfinden. Damit soll im ländlichen Raum standortübergreifender Unterricht ermöglicht werden, um den Studierenden weite Anfahrten zu ersparen. Die Schule wurde für dieses Konzept im Februar 2010 als „Medienschule des Monats“ ausgezeichnet. Ein Schulversuch zur Weiterentwicklung des Konzepts ist beantragt. Darüber hinaus ist in Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität Frankfurt ein europaweites Projekt geplant, in dem die Möglichkeiten des Blended-Learning in der Erwachsenenbildung im Zentrum stehen.

Zu der Jubiläumsfeier, die am Freitag, 11. Juli, um 18 Uhr in der Aula der Gesamtschule Geistal beginnt, sind auch alle ehemaligen Studierenden sowie alle diejenigen eingeladen, die sich der Schule für Erwachsene verbunden fühlen, betont Schulleiter Thomas Bös.

Von Christine Zacharias

Quelle: HNA

Kommentare