Nach der schlechten Ernte im Vorjahr: Der Honig wird knapp

Hersfeld-Rotenburg. Honig ist im Landkreis Hersfeld-Rotenburg zurzeit ein knappes Gut. Schuld ist vor allem die schlechte Honigernte im vergangenen Jahr, sagt der Vorsitzende des Imkervereins Blumenstein Wildeck, Gunther Koch.

„Die Vorräte sind bei vielen Imkern zu Neige gegangen“, sagt Koch. Grund dafür seien auch die Lebensmittelskandale der vergangenen Zeit. Imker produzieren den Honig vor Ort, darauf vertrauten die Leute. Daher sei die Nachfrage gestiegen, sagt der Vorsitzende des Imkervereins Rotenburg, Dieter Werner.

Zudem setze die Honigernte dieses Jahr wegen des langen Winters verspätet ein. „Wenn es warm wird, brauchen die Bienen sechs Wochen, bis sie Nektar eintragen können“, sagt Koch. Der größte Feind ist allerdings die Varroamilbe. Sind Biene befallen, sterben sie früher. Der Parasit könne das ganze Volk gefährden.

Über Preiserhöhungen haben die Imker im Imkerverein Rotenburg noch nicht nachgedacht, sagt Werner. Sie würden ihre Preise zwar nicht absprechen, sich aber abstimmen. Honig hat Werner nicht mehr im Angebot. Auch bei den anderen Imkern seien nur noch Restmengen vorhanden.

Gunther Koch hat noch Honig im Angebot, ebenso Helmut Schott, Zuchtwart beim Imkerverein Bad Hersfeld. „Die Vorräte schmelzen dahin“, sagt auch Frank Rößing, Schriftführer im gleichen Verein. Werner habe frühstens Anfang Juni neuen Honig. Bei einigen Imkern könnte man aber auch schon Mitte Mai die neue Ware kaufen.

Damit die Bienen im Winter genug Nahrung haben, werden sie vom Imker gefüttert. „Mit 16 bis 18 Kilogramm Futter kommt ein normalstarkes Volk aus, auch wenn der Winter lang ist“, sagt Schott. Die Imker lassen den Bienen einige Honigwaben und geben ihnen zusätzlich Zuckerwasserlösung, sagt Rößing. „Verhungernde Bienenvölker sollten dann kein Thema sein“.

Von Lara Sasse

Quelle: HNA

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