Spannungsfeld Windkraft und Artenschutz

NABU kritisiert Maulkorb für Ossig

Heyerode/Bebra. Von Windkraftfirmen entlohnte Gutachter folgten den Interessen ihrer privaten Auftraggeber und der Stadt Sontra, „lügen in ihren Gutachten und bewerten ökologisch wertvolle Lebensräume zum Beispiel des Rotmilans bewusst schlecht, damit sie für Windfelder auf alle Fälle zur Verfügung stehen“.

Diesen Vorwurf erheben die Vorsitzenden des NABU-Kreisverbands Werra-Meißner, Konrad Volkhardt, der Naturkundlichen Gesellschaft Mittleres Fuldatal (NGMF), Karl-Heinz Both, und der stellvertretende Vorsitzende des NABUs Hersfeld-Rotenburg, Dieter Gothe, in einer gemeinsamen Presseerklärung.

Diesem Treiben sehe der BUND scheinbar ungerührt zu und verbiete sogar wie im Fall Heinz Ossig das kritische Hinsehen. BUND-Mitglied Ossig (Bebra) war vom BUND wegen seiner Stellungnahme zur Planung von Windkraftanlagen bei Heyerode zurückgepfiffen worden. In der Stellungnahme hatte er artenschutzrechtliche Bedenken geäußert.

BUND-Vertreter Thomas Norgall habe mit seinem Verhalten gegenüber Heinz Ossig aufgezeigt, dass der Natur zunehmend nur noch Platz in wenigen Reservaten eingeräumt werden solle, erklären die Vertreter von NABU und der NGMF. Heinz Ossig habe der BUND nun einen Maulkorb verpasst und somit einen Vertreter aus seinen Reihen mit der Keule vertrieben. Ossig sei kein Gegner der Windkraft, sondern ein renommierter Naturschutzexperte, der Eingriffe in Natur- und Landschaft sorgfältig und gewissenhaft betrachte.

Die Auffassung des BUND richte sich auch gegen den NABU, dessen Landesverband Flächen bei Heyerode schon vor Jahren als ungeeignet für Windkraft bezeichnete. Auch der amtliche Naturschutz lehne die Planungen in Sontra-Heyerode ab.

Waren dem BUND jahrelange Klagen etwa gegen den Neubau der A 44 noch ein starkes Anliegen, so sei man im selben Bereich für Windräder in Flora-Fauna-Habitaten, Zugvogelkorridoren, Wäldern, „Hot Spots der Artenvielfalt“ und herrlichen Urlaubs- und Wohngebieten.

Zweifel an der Unabhängigkeit des BUND Landesverbandes würden immer lauter, heißt es in der Stellungnahme. Der BUND schreibe selbst, „... wenn der notwendige Ausbau der Windkraft es erforderlich macht, müssen Naturschutzbelange zurückstehen“.

Das größte Kapital der Naturschutzverbände als sogenannte Träger öffentlicher Belange sei aber deren Unabhängigkeit gegenüber wirtschaftlichen Interessen, heißt es vonseiten Volkhardts, Boths und Gothes. (red/ank)

Quelle: HNA

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