Gericht verurteilt 24-Jährigen für Überfall in Schenklengsfeld

Mutiger Zeuge stellte flüchtenden Räuber

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Bad Hersfeld. Zu zwei Jahren Freiheitsstrafe wegen Raubes und Körperverletzung verurteilte das Schöffengericht am Bad Hersfelder Amtsgericht gestern einen 24 Jahre alten Türken aus Kassel.

Der Lagerist hatte gestanden, am 27. Oktober vergangenen Jahres in Schenklengsfeld die Leiterin eines Einkaufsmarktes überfallen zu haben, die gerade zwei Geldtaschen mit den Einnahmen des Wochenendes zur Bank bringen wollte.

Seiner Beute in Höhe von rund 25 000 Euro konnte sich der junge Mann allerdings nicht lange erfreuen: Auf der Flucht vom Tatort wurde er von einem mutigen Tatzeugen gestellt, der den Kasseler erst verfolgte und dann zu Boden rang. Auch als er von dem Türken in den Oberschenkel gebissen wurde, ließ der 48-jährige Bauarbeiter aus Frauensee nicht locker.

Vor Gericht bat der Angeklagte die 51-jährige Marktleiterin, die die Attacke weitgehend unbeschadet überstanden hatte, um Verzeihung. „Es war ein großer Fehler“, sagte der bislang nicht vorbestrafte Räuber, der bereits vier Monate in Untersuchungshaft gesessen hat.

Das Hersfelder Gericht verließ er als freier Mann, weil seine Strafe zur Bewährung ausgesetzt wurde. Als Auflage verhängte das Gericht 120 Stunden gemeinnützige Arbeit und den Besuch bei der Drogenberatung.

Zwei mitangeklagten vermeintlichen Komplizen aus Kassel und Hofgeismar war eine Beihilfe allerdings nicht nachzuweisen. Sie hatten neben dem an einem Feldweg abgestellten Auto auf die Rückkehr des Türken gewartet. Den einen sprach das Gericht frei, der andere wurde wegen Fahrens ohne Führerschein zu 400 Euro Geldstrafe verurteilt.

Pikanterie am Rande: Etwa ein Jahr zuvor war die Marktleiterin schon einmal in vergleichbarer Weise überfallen worden. Auch hier ist der Kasseler tatverdächtig, die Ermittlungen laufen aber noch.  

Quelle: HNA

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