Förderverein Industriedenkmal Bahnhof will Lokschuppen retten – Parlament entscheidet

„Es muss jetzt losgehen“

Lokschuppen, Kesselhaus und Inselgebäude: Diese Fotos schmücken die Hochglanzbroschüre, mit der der Förderverein Industriedenkmal Bahnhof Fördermittel einwerben will. Man rechnet mit 70 Prozent Zuschüssen für das Projekt. Foto:  nh

Bebra. Der Lokschuppen in Bebra: Wird er wieder hergerichtet und samt Segmentdrehscheibe funktionstüchtig gemacht, oder wird er abgerissen? Darüber entscheiden die Stadtverordneten Bebras am Mittwoch im Rathaus der Eisenbahnerstadt. Die Sitzung beginnt um 19 Uhr, um den Lokschuppen geht es bei Punkt neun der Tagesordnung. Auf Antrag von sechs einzelnen Parlamentariern soll die Versammlung ihren Willen zum Erhalt und zur Übereignung des Areals samt Kesselhaus an den Förderverein Industriedenkmal Bahnhof Bebra bekunden.

Einstimmig war vor einem Jahr beschlossen worden, den Lokschuppen möglichst lange zu erhalten. Ein neu gegründeter Förderverein hat sich zum Ziel gesetzt, Lokschuppen, Drehscheibe und Kesselhaus zu sanieren, Loks unterzustellen und Raum für Veranstaltungen zu schaffen. Man möchte neben dem Wasserturm auch diese symbolträchtigen und stadtprägenden Gebäude erhalten. Dazu gehört auch das Inselgebäude in derBahnhofsmitte.

Warten auf Startschuss

„Wir können kurzfristig handeln“, sagt Wolf-Dietrich von Verschuer vom Förderverein. „Wenn wir den Beschluss haben, fangen wir an, Geld zu sammeln.“ Gerechnet wird mit einer Förderquote von 70 Prozent aus Töpfen der EU, vom Land sowie vom Hessischen Denkmalschutz und der Stiftung deutscher Denkmalschutz. Er sei total optimistisch, erklärt Verschuer. An das Geld kommt man aber nur mithilfe der Stadt Bebra. Diese will sich selbst nicht finanziell beteiligen.

Viel Zeit habe man nicht, denn noch vor dem Winter müsse ein neues Dach auf den Lokschuppen. Es müsse jetzt losgehen, sagte Verschuer stellvertretend für die Mitglieder des Fördervereins. Beim Dampflokfest kürzlich habe es großes Interesse an dem Flyer zum Erhalt des Lokschuppens gegeben. 2500 Stück seien wie warme Semmeln weggegangen, berichtet Verschuer.

Veranstaltungen

Das Konzept sieht vor, den Lokschuppen samt Drehscheibe zu sanieren, dort wieder Dampfloks zu beheimaten und für 50 bis 2000 Personen Veranstaltungen wie Konzerte zu organisieren. Schon ab drei Loks rechne sich das Konzept, hatte Uwe Deist bei der Vorstellung des Nutzungs- und Finanzierungskonzeptes vorgerechnet. Dieses war Ende Februar vorgestellt worden, nachdem das Parlament ein solches Konzept gefordert hatte.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Quelle: HNA

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