Musik voll Sehnsucht und Kraft

Die Liedermacher Shiregreen und Shogren im Kloster Cornberg

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Spielten gemeinsam im Kloster Cornberg: der amerikanische Songwriter Jay Shogren (links) und sein Rotenburger Kollege Shiregreen.

Cornberg. Jay Shogren kommt aus einem Hundert-Seelen-Dorf im amerikanischen Wyoming, das so abgelegen ist, dass im Winter nicht mal die Straße geräumt wird.

Das macht aber nichts, denn es gibt jede Menge Bier und vier Bars, und von den Abenden dort erzählte gleich das erste Lied des amerikanischen Liedermachers, der mit eindringlichen und mitreißenden Mandolinen- und Gitarrensongs das Publikum im Kloster Cornberg begeisterte.

Dem Rotenburger Musiker Shiregreen alias Klaus Adamaschek hatte das Publikum das besondere Konzert zu verdanken. Adamaschek hatte den amerikanischen Sänger mit weißem Bart und schwarzer Schirmmütze, der im Hauptberuf Professor für Umweltökonomik ist, bei einer halbjährigen USA-Reise vor zwei Jahren kennengelernt.

Adamaschek eröffnete das Konzert und brauchte nur einen Song, um das Kloster in die sehnsuchtsvolle Shiregreen-Stimmung zu tauchen. Begleitet von seinem Sohn Paul am Bass bot er die Songs seines aktuellen Albums „The stories I could tell“ dar, dessen Titelsong auch ohne sechsköpfige Band seine Wirkung nicht verfehlte: Ein Zauber verbirgt sich in der sanft plätschernden Melodie. Harmonisch ergänzen sich die Stimmen von Vater und Sohn.

Ruppiger Gesang

Im Kontrast dazu standen im zweiten Teil der kraftvolle, manchmal ruppige bis aggressive Gesang des Amerikaners Shogren. Mal wütend und rockig, mal gefühlvoll, zogen seine Songs das Publikum in den Bann. Während er sein Instrument für jeden Song justierte, berichtete er von Holzfällern, von Protest und augenzwinkernd von dem Mann, der seine Frau so sehr liebte, dass er es ihr fast gesagt hätte.

Mit großer Spielfreunde gingen die drei Musiker in die gemeinsame Schlussrunde. Shogren und Adamaschek spielten die Songs ihrer Helden, bevor sie mit Shiregreens „Last Song“ einen bewegten Konzertabend beendeten.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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