Müllberge in Ronshausen sollen verschwinden

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Schandfleck auf dem Weg zu Badepark und Sportplatz: Die Altpapiercontainer quellen über. Dinge, die dort nicht hingehören wie diese Abfälle in blauen Säcken, werden dort einfach abgelegt. Häufig versperrt sogar Sperrmüll, der dort gar nichts zu suchen hat, den Bürgersteig – und damit den Weg zur Schulbus-Haltestelle, die im Hintergrund rechts zu sehen ist. Das ärgert Ronshausens Bürgermeister Markus Becker maßlos.

Ronshausen. Ein schändlicher Anblick wird in den kommenden Tagen in Ronshausen verschwinden. Das hat sich Bürgermeister Markus Becker fest vorgenommen.

„Ich habe mir das jetzt lange genug angesehen - nun ist Schluss“, sagt der Ronshäuser Rathauschef angesichts der illegalen Müllentsorgung, die rund um die Altpapiercontainer unweit des Ronshäuser Badeparks die Landschaft verschandelt.

Im Frühjahr habe man noch gehofft, das Problem mit dem Aufstellen eines weiteren Containers in den Griff zu bekommen. „Doch das Gegenteil war der Fall - die Entsorgungsprobleme haben danach noch zugenommen“, berichtet Becker.

Wild daneben gestapelt

Regelmäßig würden Altpapierkartons nicht in den dafür vorgesehenen Containern, die einmal pro Woche geleert werden, entsorgt, sondern wild daneben gestellt und gestapelt. Für die Entsorger bedeute das beim Abtransport einen höheren Arbeitsaufwand.

Doch das sei bei Weitem nicht das Schlimmste, schließlich handele es sich ja bei dem Altpapier um einen Wertstoff, den der Müllabholzweckverband (MZV) für durchschnittlich 45 Euro pro Tonne Gewicht weiterverkaufen kann. Viel ärgerlicher sei die ebenfalls dort stattfindende Sperrmüll-Entsorgung. „Die hat an dieser Stelle nun wirklich gar nichts zu suchen“, sagt Becker, der auch Vorsitzender der MZV-Verbandsversammlung ist. Der Sperrmüll müsse angemeldet werden und werde vom MZV gegen eine Gebühr von 30 Euro pro Pressung - dies entspricht etwa 1,5 Kubikmetern Volumen - vor der eigenen Haustür abgeholt. Stattdessen würden ihn manche einfach am Bürgersteig abstellen.

„Besonders ärgert mich das, weil er oftmals den Schulkindern den Weg zur benachbarten Bushaltestelle versperrt“, sagt Becker. Häufig würden sich auch Eltern darüber beschweren und diese Zustände bei ihm beklagen, berichtet der Bürgermeister: „Schließlich geht es ja auch um die Sicherheit für die Kinder an dieser Stelle - und da hört der Spaß für mich endgültig auf.“

Richtig sauer ist Becker auch über diejenigen, die einfach ihren Restmüll in die Altpapier-Container stecken. „Da haben wir von schimmeligen Tapeten über Küchenabfälle bis hin zu kistenweise entsorgten Einmachgläsern mit Kirschen schon alles Mögliche dringehabt“, sagt der Verwaltungschef. Und das mache aus dem gesamten Container-Inhalt vom Wertstoff Altpapier, der verkauft werden kann, teuren Restmüll, der kostenpflichtig entsorgt werden muss.

„Der MZV kümmert sich um die Entsorgung und muss die entstehenden Kosten auf alle Gebührenzahler umlegen - das ist doppelt ärgerlich“, sagt Bernhard Skolik, Geschäftsführer des MZV.

In Grundgebühr mit drin

„Aus diesem Grund müssen die Altpapiertonnen nun zum Leid der ehrlichen Müll-Trenner entfernt werden“, sagt Becker. Wem seine blaue Tonne künftig nicht mehr reiche, der könne kostenlos beim MZV weitere bekommen und diese bei sich - ebenfalls kostenlos - vor der Haustür abholen lassen. „Das ist in der Grundgebühr mit drin“, erklärt Skolik. Wer zu wenig Platz für eine weitere Tonne habe, könne sich vielleicht eine mit dem Nachbarn teilen. Zudem könne das Papier auf dem Wertstoffhof in Bebra direkt entsorgt werden.

Von Peter Gottbehüt

Quelle: HNA

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