Neue Vorwürfe im Prozess

Mord von Meckbach: Opfer erst mit Heroin vergiftet und dann erstickt?

Fulda/Meckbach. Neue Vorwürfe gegen die Angeklagten im Prozess um den Mord von Meckbach: Die Ehefrau und Tochter und deren Freund sollen den Ehemann und Vater nicht nur im Bett erstickt, sondern zuvor auch versucht haben, den 68 Jahre alten Mann mit Heroin zu töten.

Das sagte Staatsanwalt Andreas Hellmich zu Beginn des Prozess vor dem Schwurgericht am Landgericht Fulda.

Der erste Verhandlungstag war schnell beendet, weil Jochen Paulus, Anwalt des Freundes der Tochter, monierte, dass er bislang die Akten mit Chatprotokollen der Beteiligten nicht einsehen konnte. Paulus hatte zunächst die Aufhebung des gesamten Prozesses beantragt. Am Vortag der Prozesseröffnung einigte er sich dann aber mit dem Vorsitzenden Richter Joachim Becker, dass es ausreiche, wenn die Vernehmung der Angeklagten auf den zweiten Verhandlungstag am kommenden Montag verschoben werde und der Anwalt bis dahin die Akten einsehen könne.

Die Staatsanwaltschaft wirft der 40 Jahre alten Ehefrau des Opfers aus Meckbach, ihrer 18 Jahre alte Tochter sowie deren 20-jährigem Freund aus Großalmerode gemeinschaftlich begangenen Mord vor. Die Angeklagten sollen an einem Abend im Juni vergangenen Jahres gemeinsam beschlossen haben, den Ehemann und Vater zu töten, da er ihrer weiteren Lebensplanung im Wege stand. Staatsanwalt Hellmich sprach von Habgier und Heimtücke bei der Ausführung der Tat, erwähnte aber auch, dass das spätere Opfer generelll viel getrunken habe und streitsüchtig gewesen sei.

Er geht davon aus, dass die drei Angeklagten das betrunkene und im Bett des Schlafzimmers zunächst tief schlafende Opfer zwischen 21.10 und 23.50 Uhr mit einem Kissen gemeinsam erstickten. Zuvor hätten sie vergeblich versucht, den Mann mit Heroin zu vergiften, das sie einem Getränk beimischten. Bei der Tat habe die Ehefrau im Zustand erheblich verminderter Schuldfähigkeit gestanden, sagte Hellmich. Die 40-Jährige habe 1,93 bis 2,96 Promille Alkohol im Blut gehabt.

Das Opfer habe sich gegen den Angriff auf sein Leben gewehrt. Möglicherweise, so Hellmich, hätten die beiden Frauen dann mit dem Versuch, den Mann zu ersticken, aufgehört, während der Freund weiter auf das Kissen drückte, so dass der Kehlkopf des Opfers brach. Doch habe die Tochter zum Gelingen der Tötung beigetragen, indem sie den sich wehrenden Mann an den Beinen festhielt.

Von Volker Nies

Quelle: HNA

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